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Geb.: 27. 9.1976 in Erlangen
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Chrys Schloyer

Chrys Schloyer (früher Christian Schloyer) wird am 27. September 1976 in Erlangen geboren. Als Text-, Konzept- und Klangkünstler:in, Lyriker:in, Philosoph:in sowie Schreib-Mentor:in praktiziert und erforscht Schloyer „Synpoesie“.

Werdegang

Chrys Schloyer programmiert schon als Jugendliche:r erste Spiele auf dem Commodore 64, verbringt die Schulzeit in Nürnberg und Gunzenhausen und wechselt vom Lehramtsstudium zur Philosophie, Neueren Deutschen Literaturgeschichte sowie Theater- und Medienwissenschaft in Erlangen (Magister 2005). Frühromantik und Erkenntnistheorie prägen das Werk bis heute. Aus ihnen erwachsen Schloyers Forschung zum Themenkomplex „Poesie – Bewusstsein – KI“ und xiese Arbeit an einer „Inferentiellen Poetik“ im Anschluss an Fichte, Sellars und Brandom. Schloyer lebt mit Familie in Nürnberg.

Wichtige Werke (Auswahl)

2007 erhält Chrys Schloyer den Leonce-und-Lena-Preis in Darmstadt; im selben Jahr erscheint der erste Gedichtband spiel · ur · meere bei kookbooks. Im Poetenladen Verlag folgen panik · blüten (2012), JUMP ’N’ RUN (2017), ein „lyrisches Retro-Computerspiel in Buchform“ mit acht Spielwelten und 64 Leveln sowie der vom Deutschen Literaturfonds geförderte Doppelband VENUS–MARS (2024), der um planetare wie auch um Geschlechtergrenzen kreist. Derzeit arbeitet Schloyer am Roman PAULA und der Planetentausch (gefördert durch ein Stipendium der VG Wort) und, mit dem Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern, am Lyrikprojekt ZEN PROMPTS: Gedichte, die sich zugleich an menschliche Leser:innen und an KI als Leserin richten.

Stil / Rezeption

Schloyer versteht Sprache als kollektives Bewusstsein, das mehr weiß als die partizipierenden Individuen. „Synpoesie“ ist das Verfahren, dieses Bewusstsein zu erkunden: Klang, Text und Spiel bringen einander hervor, statt einander zu illustrieren. Aus improvisierten Soundscapes werden Gedichte, aus Gedichten Game-Level, aus diesen wiederum Aufführungen.
Thematisch kreist Schloyers Werk um planetare Grenzen, Klimakrise und Technikkritik – in VENUS–MARS verschränkt mit der Sprachsuche für eine nichtbinäre Identität. Die Kritik nennt Schloyer „einen übermütigen Zauberer, einen Spieler“ (Wulf Segebrecht, FAZ) und betont den „ethischen Ernst“ (Beate Tröger, FAZ). Seit 2014 improvisiert Schloyer elektroakustisch und tritt heute vor allem mit zwei Formaten auf: mit der Laserpointer-Lesung zu JUMP ’N’ RUN, die sich auch an Schulklassen richtet, und mit Synpoesie-Performances samt live erzeugten Klanglandschaften. Als Ayschir Roselight streamt Schloyer improvisierte Klangkunst auf Twitch.

Preise & Auszeichnungen 

Chrys Schloyer hat mehrere Auszeichnungen erhalten: den Förderpreis der Nürnberger Kulturläden (2003), den 1. Preis beim 12. open mike-Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin (2004), den Leonce-und-Lena-Preis (2007), ein LCB-Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats (2008), den 2. Platz beim Literaturpreis Wartholz (2009), den Kulturförderpreis für Literatur der Kulturstiftung Erlangen (2009), den Förderpreis zum August-Graf-von-Platen-Preis (2011), den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur (2013), das Stipendium der Stadt Nürnberg (2015), eine Einladung zur LCB-Autorenwerkstatt Prosa in Berlin (2015) sowie den Lyrikpreis München (2016). 2017 ist xier Stadtschreiber:in in Tübingen. 2020 erhält Chrys den Förderpreis zum Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken, 2023 das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds für VENUS–MARS und 2026 das Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern für Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Tätigkeiten im literarischen Betrieb

2000 gründet Schloyer die Autor:innengruppe Wortwerk, 2006 das Text- und Kommunikationsbüro text!Verstand. Hinzu kommen die Mitgliedschaft in der Künstlergruppe falschtechst-schlachtfest (ab 2008), Redaktionstätigkeit für die in Fürth erscheinenden Literaturzeitschriften Laufschrift und Blumenfresser. Juryarbeit für den Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden (2007–2015) und die Mitbegründung der Lesebühne TEXTARENA (2008) und des Vereins LiteraturDing e.V., mit dem Schloyer zwischen 2010 und 2019 fünf Nürnberger Lyriknächte aus Lyrik, Klang, Tanz und Projektion konzipiert. Auf Lehraufträge an den Universitäten Erlangen (2009) und Tübingen (2017) folgt die Dozentur an der Akademie Faber-Castell (2019–2026).
Regelmäßig tritt xier auf dem Poet*innenfest in Erlangen auf. 2015 gestaltet Schloyer außerdem einen Beitrag für Erlangen zum net:works-Festival sowie 2018 den 5. Dichterabend auf dem poesiefestival Berlin. Heute verbindet Schloyer die eigene Bühnenpraxis mit Vermittlung: in Workshops an Schulen, mit Schreibgruppen, im Mentoring für Lyrik und Synpoesie, als Moderator:in und Kurator:in von Literaturformaten und als Redner:in auf Panels zu Kreativität, Autorschaft und Literatur im Kontext von KI.

Mitgliedschaften

Chrys Schloyer ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di (2022–2023 als 2. Vorsitzende:r der Regionalgruppe Mittelfranken), im Netzwerk Lyrik (seit 2019), in der Spieleautorenzunft (seit 2025) und im Pegnesischen Blumenorden (seit 2026).

Verfasst von: Bayerische Staatsbibliothek/Dr. Andrea Heuser

Sekundärliteratur:

ZEIT Online (2007): Heißgelaufene Pflänzchen (Interview). In: ZEIT. URL: http://www.zeit.de/online/2007/51/interview-schloyer (22.07.2025).

http://www.poetenladen.de/christian-schloyer.htm, (10.05.2012).

 


Externe Links:

Literatur von Christian Schloyer im BVB

Literatur über Christian Schloyer im BVB

Website des Autors

 

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