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24.08.2023, 15:34 Uhr
Renée Rauchalles
Gespräche
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Cover der 150. Ausgabe der Zeitschrift (c) Allitera Verlag

Mehr Farbe, mehr Fantasie. Von Franz Xaver Kroetz und Marie Theres Relin

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© Region18 / Wolfgang Grube

Die 150. Ausgabe der Zeitschrift Literatur in Bayern war eine Jubiläumsausgabe und widmete sich dem Schwerpunkt Zukunft der Kultur in Bayern.

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Als Renée Rauchalles ein Statement von Marie Theres Relin (Tochter von Maria Schell) zu unserem Thema erbat, antwortete sie:

Im Grunde genommen sind mir diese Themen sehr nahe, aber momentan bin ich noch im Alltagskampf mit Hausfrauenrevolution, Kinoevents und Ähnlichem beschäftigt.

Glücklicherweise habe ich aber meinen lieben Ex [Anm. d. Red.: Franz Xaver Kroetz] bei mir, welchem ich das vorgelesen hab. Er war nicht aufzuhalten und hat Folgendes geantwortet:

 

R.R.: Wie stellen Sie sich die Kultur der Zukunft in Bayern vor?

F.X.: Weniger fett, schwarz, eng. Mehr Farbe, mehr Fantasie, mehr Humor.

M.Th.: Kultur muss erschwinglich sein. Attraktive Angebote für alle.

R.R.: Was erwarten Sie?

F.X.: Nicht viel. (Vermutlich Kürzungen überall und zuerst bei der Kultur!)

M.Th.: Neue Auflagen, wie zum Beispiel solche Monster wie das neue Hygienezertifikat für Kulturveranstalter und Kultureinrichtungen (durch den DTHG), welche jede Spielstätte jetzt neuerdings nachweisen sollte.

R.R.: Was war gut, was war nicht gut?

F.X.: Kein Oktoberfest. Wieder Oktoberfest.

M.Th.: Kulturelle Vielfalt. Corona-Maßnahmen.

R.R.: Welche Wünsche haben Sie?

F.X.: Um Bayern aus dem kulturellen Sumpf zu heben, muss endlich mein neues Stück fertig werden!

M.Th.: Von meiner Kunst leben zu können.

R.R.: Welche Ansprüche haben Sie?

F.X.: Die Blutenburg als Austragshäusl für mich vom Bayerischen Staat spendiert bekommen.

M.Th.: Bist Du narrisch und wer putzt das? Mir würde es reichen, als »Privat Person« finanzielle Unterstützung für mein ehrenamtliches Inklusionsprojekt Kino Frauen aller Kulturen auf unbürokratische Weise zu erhalten.

R.R.:Welche Visionen haben Sie?

F.X.: Keine.

M.Th.: Das Unmögliche möglich machen, hat schon Che Guevara gesagt.

R.R.: Wie könnte man das Interesse der Jugend für Literatur wecken?

F.X.: Bessere Bücher schreiben.

M.Th.: Die Kinder – so wie ich – ohne Fernseher großziehen. Unsere Kinder kommen sogar zu unseren Lesungen!