Der Fall Maldaque in der Presse der Weimarer Republik

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Die Weltbühne vom 1. Januar 1929, Umschlag.

Viele progressive Presseorgane der Weimarer Republik nahmen sich des Falls Elly Maldaque an, darunter auch Carl von Ossietzkys und Kurt Tucholskys legendäre Wochenschrift Weltbühne:

In Regensburg, der Stadt des Bürgermeisters Hipp, dessen Rede im Zirkus Krone über die Wege zur Wiedereroberung der kulturellen Geltung Bayerns enthusiastische Purzelbäume hervorrief, wurde am 24. Juli diesen Jahres die Lehrerin Elly Maldaque von weinenden Kinderscharen und empörten Erwachsenen zu Grabe getragen, nachdem sie von der zuständigen Kreisregierung am 30. Juni fristlos entlassen und einige Tage später auf Befehl des Rechtsrats Doktor Reuß mit nachträglicher Genehmigung des Regensburger Polizeisenats unter Anwendung von Gewalt in die Irrenanstalt Karthäus-Prüll gebracht worden war. Siebzehn Jahre war Elly Maldaque als Lehrerin tätig. Beinahe zehn Jahre davon stand sie im Dienst bayerischer Schulen. Niemals wurde über sie Beschwerde geführt.

(Peter Nord: Die Tragödie der Lehrerin Maldaque. Die Weltbühne. 12. August 1930. Nr. 88, S. 230-232. In: Die Weltbühne. 26. Jahrgang. I. und II. Halbjahr 1930. Vollständiger Nachdruck der Jahrgänge 1918-1933. Athenäum Verlag, Königstein im Taunus 1978)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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