Anfänge in Paris: Le Chat Noir

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Le Chat noir, Boulevard de Clichy, Paris, 1929

1881 gründet Rudolphe Salis im Pariser Künstlerviertel Montmartre das erste offizielle cabaret artistique namens Le Chat Noir, „Die schwarze Katze“. Ursprünglich gedacht war es als mehr oder weniger privater Treffpunkt von Künstlern, Schriftstellern und Chansonsängern der Pariser Bohème. „Cabaret bedeutet auf französisch ursprünglich „kleines Zimmer“, steht später für „Schenke“. Dem später unerreicht bleibenden Charme der Improvisation des Erfolgsvorbilds Le Chat Noir folgend werden bald darauf weitere Kabarettbühnen in der französischen Hauptstadt eröffnet.

Nach französischem Vorbild verbreitet sich das Cabaret auch im deutschsprachigen Raum. Neben dem Überbrettl in Berlin, gegründet 1901 von Ernst von Wolzogen, und Felix Saltens unmittelbar darauf eröffnetem Zum lieben Augustin in Wien, hat es seinen Ausgangspunkt vor allem in München mit den Bühnen Elf Scharfrichter, gegründet 1901, und Simplicissimus, gegründet von Kathi Kobus 1903. Das kongeniale Bühnenduo Karl Valentin und Liesl Karlstadt wirkt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwiegend in seiner Heimatstadt München.

Im Kampf gegen Hitler gründet das Kabarett Die Pfeffermühle, das am 1. Januar 1933 in der Münchner Bonbonniere sein erstes Programm präsentiert. Nach der NS-Diktatur gibt es in München mit der Schaubude das erste literarische Kabarett der Nachkriegszeit.

Seit den 1950er-Jahren existiert in München die Lach- und Schießgesellschaft, eine Kabarettinstitution deutschlandweiter Bedeutung. In den 1970er- und 1980er-Jahren haben offene Bühnen in München eine neue Hochzeit, nicht zuletzt MUH, Liederbühne Robinson und Song Parnass.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Thomas Steierer

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