Literarische Standortfindung

Feuchtwanger schreibt 1927 in seinem Versuch einer Selbstbiographie, erschienen im 29. Jahrgang der Zeitschrift Die Literatur, der Krieg habe seinem Schreiben keine neuen Inhalte gegeben.

Aber starke dynamische Veränderungen hat der Krieg in meiner Schriftstellerei hervorgebracht, er hat mir das Geschmäcklerische weggeschliffen, mich von der Überschätzung des Ästhetisch-Formalen, der Nuance, zum Wesenhaften geführt. Auch zu der Erkenntnis, dass eine Konzeption, die vom Individuum ausgeht, vielleicht artistisch-formal vollendet werden, nie aber den letzten Sinn der Kunst erfüllen kann.

(Lion Feuchtwanger: Centum Opuscula, a.a.O., S. 363ff.)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

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