Info
12.02.2019
18:30 Uhr
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Eintritt: frei
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Vortrag von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller

Es ist bitter. Aber es liegt heute fast noch derselbe Schatten wie 1945 auf dem Thema Exil. Wer sich vor der Verfolgung durch die Nazis ins Exil retten konnte, galt damals nicht als Opfer und für die Bundesregierung gelten die Geflohenen bis heute nicht als Opfer, die einen zentralen Gedenkort verdienen.

Ja, wer nach 1933 wie Max Beckmann aus Deutschland fliehen konnte, hatte Glück. Aber wie war dieses Glück. Es war nie glatt, nie fertig, es stürzte ständig ab und wurde bodenlos. Mit leeren Händen und kaputten Nerven in einem fremden Land war man im Exil wirklich am Nullpunkt der Existenz. Man lebte knapp geduldet in diesem Gefälle zwischen abgründigem oder glücklichem Zufall.

Herta Müller plädiert für ein Museum des Exils. Dieses Museum könnte den hunderttausenden Geflohenen von damals endlich einen Ort in Deutschland geben und zeigen was Flucht vor Diktatur bedeutet und worauf es ankommt, wenn es ums nackte Leben geht. Nicht die Emigranten, sondern die Verrohung der Heimatbesitzer hat Deutschland schon einmal ruiniert. Und heute? Häme und Hass sogar gegen Kriegsflüchtlinge. Populisten jeglicher Couleur versuchen schon wieder durch Verrohung nicht nur dieses Land, sondern ganz Europa zu ruinieren.



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