Info
6.03.2018
19 Uhr
Monacensia im Hildebrandhaus / Forum Atelier, Maria-Theresia-Straße 23, Barrierefreier Eingang: Siebertstraße 2, München
Eintritt: frei

Hommage zum 100. Todestag von Frank Wedekind mit Kerstin Specht und Anatol Regnier

Der „Bürgerschreck“ Frank Wedekind (1864-1918) gilt bis heute als eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des literarischen Münchens. Seine Dramen Fühlingserwachen und Lulu gehören zum Repertoire von Theatern in aller Welt.

Der Schauspieler und Dramatiker, über den Thomas Mann einst sagte, er sei „wohl der frechste Sexualist der modernen deutschen Literatur“, kam 1884 das erste Mal nach München, vorgeblich um Jura zu studieren. Stattdessen verbrachte er seine Zeit aber viel lieber in Theatern und Cafés, wo er mit vielen Künstlern und Schriftstellern Bekanntschaft machte. 1891 erschien Wedekinds Drama Frühlingserwachen, in dem er die Sexualität von Jugendlichen im bürgerlichen Milieu thematisierte. Von 1896 an schrieb Wedekind für die von Albert Langen herausgegebenen Satirezeitschrift Simplicissimus. Wegen eines Spottgedichts auf Kaiser Wilhelm II. wurde er zu sieben Monaten Festungshaft wegen Majestätsbeleidigung verurteilt. Nach der Entlassung gründete er mit anderen Künstlern das literarische Kabarett „Die Elf Scharfrichter“, das Heuchelei und Scheinmoral anprangerte. Hier feierte er Triumphe mit freizügigen Liedern und Gedichten, die er zur Gitarre vortrug.

Mit Originaltexten, Liedern und biografischen Details lassen die Dramatikerin Kerstin Specht und Wedekind-Enkel Anatol Regnier das Leben des umstrittenen und bewunderten Bühnenkünstlers und Dramatikers vorüberziehen, der am 9. März 1918 in München gestorben ist.