Poesie-Schau im Mini-Museum „Spix“

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Seit über vier Jahren sammelt die Münchner Künstlerin Katharina Schweissguth mit ihrem Poesiebriefkasten Gedichte. Aus dem Projekt ist der Verein Poesieboten hervorgegangen, der die eingeschickte Lyrik mit einem abwechslungsreichen Aktionsprogramm an die Öffentlichkeit bringt. Doch wohin mit den mittlerweile gut 1.000 gesammelten Gedichten? Der poetische Schatz bezieht ab Dezember ein eigenes Mini-Museum, das Spix. Dieser Ort, ein lange ungenutztes kleines Ladenlokal, soll künftig nicht nur dem wachsenden Poesie-Archiv ein Dach über dem Kopf bieten, sondern auch kulturellen und sozialen Initiativen offen stehen.

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Zur Start am 7. Dezember laden die Poesieboten alle Interessierten herzlich ein: Ein bunter poetischer Abend eröffnet die zweimonatige Mitmach-Ausstellung Treibgut Poesie, die ausgesuchte Schätze aus dem Poesiebriefkasten zeigt. Die Besucher können über die gesamte Ausstellungsdauer eigene Gedichte dazu heften. Die Exponate werden an Treibholz und anderen Fundstücken präsentiert. Dies symbolisiert: Die poetischen Potenziale der Menschen sind bereits vorhanden und müssen nur aufgefischt und sichtbar gemacht werden.

Museum Spix
Tegernseer Landstraße 155
Eingang Spixstraße
81539 München

 

Programm zur Eröffnung

Ab 17:00 Uhr nach einer Einführung durch Dr. Ingrid Gardill, Kunsthistorikerin und Autorin der Buchreihe „Internationale Kunst heute“, tragen Poeten Gedichte vor. Das Musikerduo Carolina und João Araújo untermalt den Abend mit Selbstkomponiertem und brasilianischer Populärmusik.

In deren Heimatland Brasilien hat vor genau 200 Jahren Johann Baptist von Spix, nach dem das neue Stelldichein für Kunst und Poesie benannt ist, die Tier- und Pflanzenwelt erforscht. Doch durch die rücksichtslose Ausbeutung der Bodenschätze sind viele Arten, die der „bayrische Humboldt“ entdeckt hatte, mittlerweile bedroht.

Dem soll im Spix ein „Altar der Achtsamkeit“ entgegengesetzt werden, der die symbiotische Einheit von Mensch und Natur darstellt und dabei an die beiden Indianerkinder Miranha und Juri erinnert. Diese hatte Spix vom Amazonas nach München mitgebracht und sie starben hier innerhalb eines Jahres. Die Besucher können symbolische Opfergaben, Wunschzettel, Fotos oder ähnliches zum Altar beisteuern.

Die Ausstellung ist bis Mitte Februar 2018 zu sehen. Sie wird vom Bezirksausschuss 17 gefördert. Die Öffnungszeiten sind jeweils Donnerstag und Freitag von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr oder nach Vereinbarung (unter info[AT]poesiebriefkasten.de). Der Eintritt ist frei.

 

Poetisch Vorglühen auf dem Grünspitz

Wer vor der Eröffnung bereits Poesie genießen möchte, hat dazu am 2. Dezember Gelegenheit. Beim diesjährigen Adventszauber auf dem Grünspitz (Tegernseer Landstraße 100). veranstalten die Poesieboten ab 16:00 Uhr eine offene Poetenbühne. Vortragswillige können sich per E-Mail info[AT]poesiebriefkasten.de anmelden oder spontan auf die Bühne treten.


Externe Links:

Poesieboten e.V.

Johann Baptist von Spix

Veranstaltungsflyer


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