Autoren mit 18. „Irseer Pegasus“ ausgezeichnet

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Der Pegasus auf dem Türblatt aus Kloster Irsee, das dem Autorentreffen seinen Namen gegeben hat. © Schwabenakademie Irsee

Das 18. Autorentreffen Irseer Pegasus ist am Sonntag mit der Verleihung der gleichnamigen Literaturpreise erfolgreich zu Ende gegangen. Ausgezeichnet wurden Adi Traar aus Graz mit dem Autorenpreis und Michael Lichtwarck-Aschoff aus Stadtbergen bei Augsburg mit dem Jurypreis. Die Literaturpreise sind mit jeweils 2.000 € dotiert.

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Immer am zweiten Januarwochenende laden der Verband deutscher Schriftsteller in Bayern und die Schwabenakademie nach Kloster Irsee zum Autorentreffen ein. In diesem Jahr diskutierten 17 ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre literarischen Texte und bestimmen abschließend in einem geheimen Verfahren, wer den Autorenpreis Irseer Pegasus erhält. Den Jurypreis Irseer Pegasus vergeben die international bekannten Schriftsteller Dagmar Leupold und Markus Orths sowie die Vertreter der Veranstalter Thomas Kraft und Sylvia Heudecker. Auch in diesem Jahr zeigen die rund 150 eingesandten Bewerbungen, dass das von der Schwabenakademie Irsee und dem Verband deutscher Schriftsteller in Bayern veranstaltete Treffen zu den Klassikern der Literaturveranstaltungen gehört.

 

Jurypreis: Michael Lichtwarck-Aschoff für Kopfweide

Den Jurypreis erhält Michael Lichtwarck-Aschoff aus Stadtbergen bei Augsburg für Kopfweide. © Schwabenakademie Irsee

Im Jahr 1946 unternimmt der langjährige Psychiatriepatient Messmer einen spektakulären Flugversuch vor zahlreichem Publikum. Erzählt wird seine Geschichte von Kaisja, eine Figur, die ihm liebevoll zugetan ist. Kopfweide gehört zu einer Reihe von insgesamt vier Erzählungen unter dem Titel Hoffnung ist das Ding mit Federn, in denen es ums Fliegen in Oberschwaben geht. Geprägt ist die Erzählung durch den Ton stilisierter Mündlichkeit, leichte mundartliche Einfärbungen entfalten einen besonderen poetischen Reiz und Sound und eröffnen einen Raum für überraschende Bilder.

Michael Lichtwarck-Aschoff, geboren 1946, ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt und arbeitet als Intensivmediziner in Augsburg und als Lungenphysiologe in Uppsala. Er schreibt meistens Arztbriefe. Beim Versuch zu begreifen, was das eigentlich ist, was er da macht, gerät er dann gelegentlich darüber hinaus ins Schreiben. Nur um herauszufinden, dass der Zweifel ein unangenehmer Zustand ist, die Gewissheit ein absurder.

 

Autorenpreis: Adi Traar für Burli Baba



Der Autorenpreis wurde Adi Traar aus Graz für Burli Baba zugesprochen. © Schwabenakademie Irsee

Lautmalerisch beginnt der Text des Profimusikers und Oboisten Traar mit Anklängen an die Kunst eines Ernst Jandl. „Kein Zweifel, da fährt jemand an gegen die Welt.“ lautet der erste Satz der Erzählung, in der auf sarkastische Weise und in rauschhaftem Erzählton von einer durch und durch gewalttätigen Welt der Nachkriegszeit berichtet wird. Wo Lehrer Schüler züchtigen und demütigen, prügeln eben jene Schüler auch aufeinander ein. Angst und Gewalt gehen eine zutiefst beunruhigende Verbindung ein.

Adi Traar, geb. 1960 in Graz, ist im Schreiben noch jung. Als er 50-jährig, nach eben erst aufgeflammtem Enthusiasmus für literarisches Texten sein erstes Buch veröffentlicht, ist er bereits 24 Jahre als Solo-Oboist im Grazer Philharmonischen Orchester tätig gewesen, dazu als Ensemblemusiker und Komponist. Heute unterrichtet er an der Musikuni Graz. Bisher erschienen sind Der Stab des Dirigenten – Ein Orchesterkrimi (Königshausen & Neumann, Würzburg 2011), Ausgerechnet Kirgistan – Eine Reiseerzählung (Edition Karo, Berlin 2011). Seit 2013 entsteht Kurzprosa, sie erscheint in deutschen, österreichischen und schweizerischen Literaturzeitschriften (Literatur und Kritik, Zeno, Landstrich, Wienzeile, Exot, das NarR). Traar war außerdem Finalist beim 7. Literaturwettbewerb Wartholz 2014.