Installation mit Barcodes, Trimm-Dich-Pfad & Jean Paul

Die Nürnberger Künstlergruppen „falschtechst-schlachtfest“ (Christian Schloyer, Dirk Baumeister, Frank Ruf, Ric Götting) und „Wortwerk“ (Brigitte Liebe, Falk Steffen, Tobias Falberg) zetteln zum Poetenfest Erlangen ein multimediales Text-Spektakel an. Auf einem „Trimm-Dich-Pfad“ sind Barcodes zu finden, die sich in einem „begehbaren Zettelkasten“ einscannen lassen. Einmal eingescannt verwandeln sich die Codes in multimediale Textdarbietungen. Mit etwas Glück lassen sich in diesem Zettelkasten sogar seltene Bonus-Texte freispielen. Und mittendrin ein altehrwürdiger Jubilar, so lebendig wie schon lange nicht mehr: der Dichter Jean Paul, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiert.

Dass Jean Paul in internetfernen Zeiten bereits mit Hyperlinks experimentierte und einer der ersten Hypertext-Poeten überhaupt war, hat den Künstlern Brigitte Liebe, Christian Schloyer, Dirk Baumeister, Falk Steffen, Frank Ruf, Ric Götting und Tobias Falberg imponiert. Man war sich schnell einig, dass der fränkische Dichter viele Anknüpfungspunkte für eine multimediale Poetenfest-Installation bietet. „Da war bei uns sofort die Idee, Jean Pauls Zettelkasten-Prinzip auf eine neue, zeitgemäße künstlerische Ebene zu holen“, erläutert Schloyer.

Im Mittelpunkt von „Zettelkastens Traum – Installation mit Barcodes, Trimm-Dich-Pfad & Jean Paul“ steht eine Installation mit drei audiovisuellen Projektionsflächen. Hier werden Texte aufgeführt, die der Besucher des begehbaren Zettelkastens in Form von Barcodes finden kann – etwa auf einem „literarischen Trimm-Dich-Pfad“ rund um den Schlossgarten. Tonspuren, Bildanimationen, Videos und Fotos bilden die Präsentationskanäle für die dargebotenen Texte und werden über die Barcodes aufgerufen. Zu gleichen Texten bzw. Fragmenten kann es einerseits mehrere verschiedene Präsentationsweisen geben, andererseits auch geheime Übergänge (Bonus-Texte) zwischen bestimmten Texten. Für die Texte und ihre multimediale Ausgestaltung sind die jeweiligen Autoren verantwortlich – die Bonus-Texte schaffen Raum für gemeinsame Kunstwerke.

Dieses Bonus-Element erinnert an „Bonus-Level“ in Computerspielen: Anstelle eines Levels wird eine Zwischensequenz „freigeschaltet“, die in besonderer Weise zwei Texte miteinander verknüpft. Ein zweites spielerisches Element ist das „Sammelkarten“-Prinzip: Die einzelnen Barcodes gibt es alle mehrfach, jedoch in stark unterschiedlicher Häufigkeit. So sind die Barcodes für unterschiedliche Textpräsentationen unterschiedlich oft zu finden. Diese beiden Elemente erzeugen einen „Sammeltrieb“ und laden zu einem spielerischen Umgang mit den Texten ein.


Externe Links:

Poetenfest Erlangen

falschtechst schlachtfest

Wortwerk

InterFace AG


Kommentar schreiben