18. Internationaler Comic-Salon Erlangen zieht Bilanz

https://www.literaturportal-bayern.de/images/lpbblogs/instblog/2018/klein/ics2018_plakat_500.jpg

Am 3. Juni schloss der 18. Internationale Comic-Salon Erlangen seine Pforten. Messeaussteller und Veranstalter, das Kulturamt der Stadt Erlangen, sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Rund 30.000 Besucherinnen und Besucher wandelten zwischen den Messezelten und den Veranstaltungsorten rund um den Schlossplatz und dem Schlossgarten in Erlangen.

Da das Erlanger Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle derzeit saniert wird, wurde die Messe des Internationalen Comic-Salons in diesem Jahr in Messezelten in der Erlanger Innenstadt durchgeführt. Darüber hinaus öffneten alle Erlanger Kunst- und Kulturinstitutionen, von den städtischen Museen über das Theater bis zum Kulturzentrum E-Werk, ihre Häuser. So entstand aus der Notsituation ein Festival der ganz kurzen Wege im Herzen der Erlanger Innenstadt, das - bei allen Schwierigkeiten des Vergleichs - mehr Besucher anlockte denn je. Viele Aussteller, Künstler und Besucher äußerten den Wunsch, dass das Festival auch in Zukunft mit Zelthallen in der Innenstadt stattfinden sollte.

Inhaltlicher Schwerpunkt der 18. Ausgabe des Erlanger Comic-Festivals war das aufstrebende Genre der Comic-Reportage mit einer großen Ausstellung im Stadtmuseum ("Zeich(n)en der Zeit - Comic-Reporter unterwegs"), einem umfangreichen Begleitprogramm und zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern vor Ort. Als besondere Besuchermagnete erwiesen sich außerdem die Ausstellungen von Greser & Lenz, Marc-Antoine Mathieu, Jeff Lemire und Flix. Sehr großen Andrang erlebte das Kindercomic-Festival "Kinder lieben Comics!" im Botanischen Garten der Universität. Ein weiteres Festival im Festival bildete das Comic Film Fest mit Animationsfilmen, Comic-Verfilmungen und Dokumentationen. Die Themen des 18. Internationalen Comic-Salons und aktuelle Trends des Comic-Markts wurden vier Tage lang in zahlreichen Vorträgen, Präsentationen und Gesprächsrunden vertieft.

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons Erlangen wurde am Abend des 1. Juni mit dem Max und Moritz-Preis die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum in neun Kategorien vergeben: Bester deutschsprachiger Comic-Künstler (dotiert mit 5.000,- Euro): Reinhard Kleist (aktuell: "Nick Cave - Mercy on me", Carlsen Verlag); Bester deutschsprachiger Comic: "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein" von Ulli Lust (Suhrkamp); Bester internationaler Comic: "Esthers Tagebücher" von Riad Sattouf, Übersetzung: Ulrich Pröfrock (Reprodukt); Bester deutschsprachiger Comic-Strip: "Das Leben ist kein Ponyhof" von Sarah Burrini (www.sarahburrini.com); Bester Comic für Kinder und Jugendliche: "Die drei ??? - Das Dorf der Teufel" von Ivar Leon Menger, John Beckmann und Christopher Tauber (Kosmos); Beste studentische Comic-Publikation (dotiert mit 1.000,- Euro): "Paradies" von der HBKsaar; Publikumspreis: "NiGuNeGu" von Oliver Mielke und Hannes Radke (www.nigunegu.de / Pyramond Verlag). Mit dem Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk wurde die französische Zeichner-Legende Jean-Claude Mézières geehrt, mit dem Spezialpreis der Jury Paul Derouet für seine Verdienste als Brückenbauer zwischen Kulturen und Generationen.

Rund 20 über die Innenstadt verteilte Ausstellungen konnten während der vier Salon-Tage besucht werden, 500 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt waren in Erlangen zu Gast und zeichneten in über 800 Signierstunden für ihre Fans. Über 200 Einzelveranstaltungen umfasste das Begleitprogramm mit Gesprächsrunden, Vorträgen, Lesungen, Workshops, Filmen und vielem mehr.

Der 19. Internationale Comic-Salon Erlangen wird vom 11. bis 14. Juni 2020 stattfinden.


Externe Links:

Internationaler Comic-Salon Erlangen

Max und Moritz-Preis


Kommentar schreiben