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06.05.2014, 17:12 Uhr
Frank Piontek
Logen-Blog
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Jean Paul selbst nannte seinen Debütroman eine „geborne Ruine“: Frank Piontek liest „Die unsichtbare Loge“ von Jean Paul, Tag für Tag, von der ersten bis zur letzten Seite, und bloggt darüber.

Logen-Blog [405]: Zwei Seiten einer Medaille und ein Gedicht des Kapitelsseniors in Schney

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Wir sind inzwischen in der Staatsbibliothek angelangt. Der Blogger hat ein Foto geschossen, das ein Suchbild ist (ein ganz ein raffiniertes, wie der Münchner sagen würde). Frage: Wo hat sich Jean Paul versteckt?

Wesentlich leichter ist der König zu finden – sozusagen Jean Pauls posthumer König. Max Joseph I. starb im Oktober 1825, Ludwig I. folgte ihm auf dem Thronfuß, sodass der Dichter in seinem letzten Lebensmonat nicht mehr allzu viel von ihm haben konnte. Gut möglich, dass der ihn auch nach München gerufen hätte. Schwanthaler, der Fleißige, hat nicht allein den Dichter verewigt; von seiner Meisterhand stammt auch das Denkmal des Monarchen, das im ersten Geschoss der Staatsbibliothek zu finden ist.

Zur Erinnerung an die Aufrichtung des Bayreuther Denkmals dichtete Marian Johann Philipp Richter, „Pfarrer und Kapitelssenior in Schney“, also Jean Pauls Neffe, zum 14. November 1841 folgende ewig-unsterbliche Verse:

Bayerns Ludwig, Fürst nach Geist und Streben
  Der Walhalla längst der Donau schuf,
Hieß in Dir dies Standbild sich erheben,
  Steigert Jean Paul's, mehr noch eignen Ruf.
Was sich Großes in dem Reich beweget,
  Was als Stern des Lebens je erhellt,
Seine Hand, die Kunst und Geister pfleget,
  Macht es bleibend für die späte Welt.

Ein bayerischer König schaut auf sein Bayreuther Denkmal: die Gedenkmünze, die Ludwig I. zur Erinnerung an die Aufstellung des Jean-Paul-Denkmals stiftete. Man findet sie im neusortierten Jean-Paul-Museum in Bayreuth.

Fotos: Frank Piontek



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