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Alexander Kluge anlässlich der Verleihung des Jean Paul-Preises

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Film-Still aus „Mehrfachbilder“ © Alexander Kluge

Der Jean Paul-Preis des Freistaats Bayern ging 2017 an den Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge. Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle begründete die Auszeichnung Kluges unter anderem mit der Wirkkraft seines literarischen Schaffens, das sich vielfach mit gesellschaftspolitischen und geschichtsphilosophischen Fragen beschäftigt. „Alexander Kluge ist eine Ausnahmepersönlichkeit des zeitgenössischen Geisteslebens und Aufklärer der Gegenwart, der sein medienübergreifendes Lebenswerk als Chronist und Diagnostiker der gesellschaftlichen Zustände stets deren Verbesserung gewidmet hat“, so der Minister. Daher habe er dem Vorschlag der Jury mit großer Überzeugung zugestimmt. Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis des Freistaats wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt das literarische Gesamtwerk eines deutschsprachigen Schriftstellers oder einer deutschsprachigen Schriftstellerin. Die Preisverleihung fand am 11. Dezember 2017 in München statt. Die Laudatio auf den Preisträger hielt Professor Sven Hanuschek (LMU).

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Der 1932 in Halberstadt geborene Filmemacher, Schriftsteller und Medienpolitiker Alexander Kluge hat das Geistesleben der Bundesrepublik Deutschland vielfältig geprägt. Sein medienübergreifendes Lebenswerk aus literarischen und analytischen Büchern, Filmen und Fernseh-Reihen ist vielfach preisgekrönt. Anlässlich der Verleihung im Dezember in der Münchner Residenz gab der Preisträger einen Einblick in sein umfangreiches Schaffen, dem er ein Zitat von Jean Paul voranstellte.

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Die auf der Preisverleihung gezeigte Collage aus Text und Bild umfasste sechs Filme Kluges, die hier in einem Zusammenschnitt gezeigt werden:

Anatomie eines Kentauren 

Phantasie als „Pferd“ 

Timbuktu Silvester 1799 

General Suworow und die Marquise von O. 

Die Vernunft ist ein Balance-Tier 

Freiheit für die Konsonanten 

Mehrfachbilder

 

„Ich stand auf einem Eisberge, obwohl mit einer glühenden Seele – der zerspaltne Mond schien hell hernieder, und die Schattenstücke der Tannenbäume um mich lagen wie zerstückte Glieder der Nacht schwarz auf dem Liliengrund aus Schnee.“
– Jean Paul

 

Film-Still Anatomie eines Kentauren

 

Ein Menschenleben verglichen mit Schnee

Ein Menschenleben entspricht der Zeit, in der die sternenähnlichen Schneekristalle, auf die ein Engel der Fünften Ordnung seinen Fuß setzt, zu Matsch werden und vergehen. Es ist ein Irrtum, daß die ARCHAI oder RULERS dafür zuständig sind, Menschenleben zu hüten. Sie dafür am Werk zu sehen, enthält eine Verwechslung mit heidnischen Bildern von Walküren oder göttlichen Illuminationen aus Asien, die sich um Helden kümmern. Allerdings gibt es KRÄFTE ODER STRONGHOLDS, griechisch dynameis, die etwas Komplexes wie ein Menschenkind bis zum neunten Jahr beschützen. Stets treten sie in einer Vielzahl auf, in Pulks. Im Umkehrschluß heißt das, daß sie an anderen Orten und in anderen gefährlichen Momenten fehlen. Eine Gaskammer wird in Funktion gesetzt und kein Engelschor sperrt die Leitung. Auch ist jede Verwechslung mit ELEKTRISCHEN KRÄFTEN abwegig. Im Zeitalter der Aufklärung versuchten Gelehrte, die spirituellen Wesen physikalisch zu deuten, so wie Zoobesucher, die einen Affenkäfig betrachten, annehmen, daß sie von diesen Lebewesen etwas verstünden, wenn sie die Lehrbücher, die von ihnen handeln, und den anatomischen Atlas memorieren.

 

Film-Still Phantasie als „Pferd“

 

„Und auch die höchsten Nymphen des Gebirgs / erfreuen sich des leichten Schnees auf kurze Zeit“

Leutnant Schirrmacher, Studienrat, von der Division Hermann Göring, beobachtete 1943 bei einem Irrgang auf dem Ätna flüchtige Wölkchen von Schnee, sogenannte „Kappen von Nymphen“, verfolgt von Hexenjägern, nämlich Luftstöße aus dem Norden. Gejagt und zerschnitten. Mit den Fallschirmjägerstiefeln, die Schirrmacher trug, zertrat er diese frömmlerischen Winde aus dem Norden. Nichts aus der Antike, auch nicht die Nymphen des Gebirgs, hatte vor diesen grausamen Reformatoren Gnade. Der Offizier fror in seinem Afrikakostüm, in das er noch aus der Zeit der Siege in Lybien gekleidet war. Gern hätte er den weißen Placken, die er für Residuen der antiken Welt hielt, an diesen Morgen geholfen. Die waren, auch durch seine Stiefelabsätze, zu Wasser geworden. Hätte er mit seinem Koppel dreinschlagen sollen? Mit der Pistole auf harrsche Windstöße schießen? Seine Anwesenheit hier oben, ein ruhiger Augenblick voller Beobachtung, mitten im Chaos des Kriegs, schien ihm eigentümlich überflüssig. Wo sein Fuß hintrat, wurde Schnee zu einer Wasserpfütze.

 

Film-Still Timbuktu Silvester 1799

 

Die Marotte der Blitzliebe mit raschem Verfall

Über Jean Paul, nämlich den Poeten Johann Paul Friedrich Richter, zieht sich der Briefwechsel in den gelehrten, den der Freundschaft und den der Empfindsamkeit gewidmeten Kreisen schon über die Weihnachtstage hin. Die Post macht keine Pause um Christi Geburt willen. Postreiter und Kutschen jagen über die Chausseen. Die Beeilung im Nachrichtenverkehr, die Verstärkung der eigenen Lebendigkeit durch Mitteilung an ein anderes lebendiges Menschenherz, das gehört zum Rausch des Jahrhunderts. Mitteilung ist ein Mittel, das trunken macht.

In Johann Wilhelm Ludiwig Gleims Schriftverkehr in Halberstadt geht es in diesen Tagen vor allem um die Suche nach einer Planstelle und einer Behausung für den poetischen Jugendspund Jean Paul. Das Verlöbnis mit einer Adelstochter, noch vor fünfzig Jahren aus Standesgründen kaum vorstellbar, bedarf der soliden Grundlegung. Die Herzogin von Hildburghausen, ihr Hof, mit der Verteidigung dieser Liaison beschäftigt, tatsächlich helfen kann aber nur Gleim. Eine Kanonikerstelle muß her, aus dem Bestand der säkularisierten geistlichen Güter. Das sind, wenn ein Genie auf eine solche Planstelle gesetzt wird, Äcker und Pflanzschulen der zweiten Natur. Gleims Verfügungen, seine Briefe, die in alle Richtungen gehen, sind nicht nur Freundesdienst, nicht nur Gärtnerlust, sondern Dienst am Flor des Landes. Wenn die poetische Zelebrität Richter, dieser Funken, nach Halberstadt gezogen werden kann, ist das ein Coup. Noch um fünf Uhr nachmittags des Silvestertages läßt er eine Eilpost abfertigen nach Potsdam zur Königin. Die Dämmerung fällt herein. Gleims Traurigkeit verstärkt sich. Er ahnt, aber das hemmt nicht seinen konspirativen, helfenden („adjuvativen“) Elan, daß die Verbindung zwischen Richter und der Komtesse von Feuchtersleben instabil sein wird. Um so mehr beeilt er sich, Richter nach Halberstadt zu ziehen, noch ehe das Verlöbnis zerfällt. Gleim hält nichts von der neuartigen Mode der raschen Liebesbünde.

Tatsächlich war das heißdiskutierte Paar von Silvester 1799 schon im Mai des folgenden Jahres zerstritten. Der Dichter nahm später eine Frau, die zu ihm als Wirtschafterin besser paßte.

 

Film-Still General Suworow und die Marquise von O.

 

„Von einem jeglichen Wort, das, ungerecht verbrannt, auf seine Ankunft wartet“

In der Silvesternacht wanderten die in der Bibliothek von Alexandria anderthalbtausend Jahre zuvor verbrannten Papyri, also Geister, in unbekannter, jedoch überraschender Geschwindigkeit nach Norden und bogen bei Hildesheim ab in Richtung Westen. Die in ihnen festgehaltenen Kenntnisse, ähnlich dem Geld, das Zentralbanken über Nationen abwerfen, um ihren Handelsgeist anzuregen, lagen einige Tage im Nordwesten Europas umher, wurden von niemand einverleibt und verstreuten sich in einer letzten, energischen Bewegung über dem weiten Atlantik. Kein Wasser aber löscht das lange schon Verbrannte. Wie es Zisternen gibt, existierten für solchen seltenen Regen verborgene Auffangbecken. Täuschend war nicht der Bericht über die Wanderung der Papyri, von denen Skeptiker behaupteten, sie sei physikalisch unmöglich, sondern die Annahme, die Papyri seien endgültig verschwunden.

Wanderten diese Wiederauferstandenen bis Europa tief unter der Erde? Oder flogen sie weit im Höhenwind? In den Tagen, die auf Silvester 1799 folgten, gelangte ein Schub unerwarteter Einfälle in die Menschenköpfe (meist war es Musik).

Die „Engraphen“ verblaßten rasch. Sie wurden ja auch nirgends mit spirituellem Erdreich aufgehügelt, getränkt wie es beim Pflanzen einer Gartenanlage sich gehört. Verkümmerten sie? Sprach das für eine „schwache Natur“ dieser Fremden? Sind WIEDERAUFERSTANDENE SCHRIFTEN mit Frühgeburten zu vergleichen, die in einer fachlich nicht vorbereiteten Klinik eingeliefert wurden (zum Beispiel ist diese auf Ohrenleiden spezialisiert)? Der fromme Gelehrte Friedrich Schleiermacher, der etwas davon verstand, erklärte die „Seelenhirten“ (das sind verbrannte Buchstaben) sogar für besonders robust. So ist nicht ausgeschlossen, daß einiges, was in der Silvesternacht 1799 vom Himmel fiel (anders als Sternschnuppen, die verdampfen), sich bis heute erhalten hat und nur aufgesammelt gehört, daß wir es ernten. Wo? Man muß aus Teilen der Haut, der Därme, der Leber, des Herzens-Innern (in Kooperation mit ausgewählten Neuronen) inmitten der Korridore des ALTEN GEHIRNS einen NEUEN KOPF bilden und – wie ein Doppeladler – dem tradierten Verstandeskopf gegenüberstellen, daß sie einander zu einem sensiblen Staub zerreiben, wenn es doch nach wie vor um die Suche nach dem verlorenen Buchstaben geht, den Gewächsen aus Alexandria, die auch in Zukunft jeden Brand überleben werden, weil sie immer schon brannten. Etwas hiervon sich einzuverleiben, gehört zum „Autor als Produzenten“, der jedem Menschen eingeboren ist, und insofern nicht vom Brot allein lebt, sondern von einem jeglichen Wort, das ungerecht verbrannt auf seine Ankunft wartet.

 

Film-Still Die Vernunft ist ein Balance-Tier

 

Politik der Wörter

Zur gleichen Zeit, als in der Kaltsteppe unsere Vorfahren junge, unerfahrene Mammute in Erdgruben fingen, bildeten sie in ihrer Kehle eine Falle für die Dosierung von Luft und Schall. Bald konnten sie eine Unzahl von Lauten hervorbringen, für die sie noch keine praktische Verwendung hatten. Aus dieser Eroberung entstanden Lebewesen: die Wörter. Bald gründeten sie eine Republik, die Sprache. Ihre selbstbewußten, unknechtbaren Einwohner gehorchten lange Zeit (aus Gutmütigkeit, aus Höflichkeit, aus Geselligkeit) auch Zwecken. Sie trugen Lasten. Sie taten so, als seien sie Lastenträger. Ihrer Natur nach waren die Wörter nie Arbeiter oder Diener.

Eines Tages im 20. Jahrhundert schritten sie zur Revolte. In Finnegans Wake wurde eines dieser widerborstigen, aufständischen Wesen die Bezeichnung für die elementarsten Kräfte der Natur, die QUARKS.

»Three Quarks for Muster Mark«

Bald nach ihrer Revolte waren sie isoliert. Sie werden in der Formation des allseitigen Aufstands nicht gebraucht. Sie finden sich wieder auf Inseln. Sobald sie sich vom Sinnzwang befreit hatten, verhungerten sie.

Unsere Revolte, sagten die Wörter, ist eine Dauerrevolte. Wie will man uns unterdrücken, wenn wir der Grund dafür sind, daß es die Menschheit und deren Verfassung überhaupt gibt? Wir sind selbstbewußte Lebewesen, man darf uns, die Wörter, nicht unterschätzen.

»As the lion in our teargarten remembers the nenuphars of his Nile [...] the besieged bedreamt him stil and solely of those lililiths undeveiled which had undone, gone for age, an knew not the watchful treachers at his wake, and theirs to stay. [...] Zeepyzoepy, larcenlads! Zijnzijn Zijnzijn! […] (Twillby! Twillby!)«

 

Film-Still Freiheit für die Konsonanten

 

Der Himmel hört auf zu malen und wendet sich der Kritik zu

(„The sky stops painting and turns to criticism“)

Dort über den Bergen, wo sonst aus den Morgennebeln die Sonne heraustrat: jetzt silbrige Glitzerpunkte in Reihe. Um sie herum – wie an so vielen anderen Tagen der gleichen Jahreszeit – färbte sich der Himmel nach Angaben von Zeugen, aber doch täglich stets etwas anders: stachelbeerfarb, bläulich-virtuos, flanellgelb, rotschimmernd, engelsfarb, hysterieweiß, rosa-melange. Und immer das Echo am entgegensetzten Westhorizont. Noch immer im Dunkel antwortete er auf die Lichtspritzer des Ostens.

Die Farbfülle zerstach die noch winzigen Artefakte, deren Motorenlärm in der Höhe ihrer Erscheinung vorauseilte. Noch waren sie Punkte. Und schon zog ihr Geräusch („die Posaune“), nämlich die Vorauserwartung, alle Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich.

Zwanzig Minuten später war die Stadt zerstört. Obwohl es sechs oder acht solcher Angriffe bedarf, um sie tatsächlich auszulöschen – und dann sind immer noch Nester von Menschengeist im Gange, die sich zu retten und neu einzurichten suchen. Der Angriff der Flugzeuge, eine solche Einwirkung BEWAFFNETER INDUSTRIE, INGENIEURSZENTRIERTER HIMMELSMACHT, enthält einen starken SCHUB VON KRITIK.

Im Luftschutzkeller gefragt: Wo war die letzte Abzweigung für mich und meine Kinder, wenn es darum geht, dem Verhängnis, das in zwei Meilen Höhe über uns hereinbricht, zu entgehen? Vor zwanzig Jahren? Hätte ich gestern noch entkommen können? Wohin ausweichen? Kenntnis der sicheren Orte ist der Anfang der Philosophie.

Ein Bombengeschwader am frühen Morgen am wie immer gefärbten Himmel begründet das Denken neu. Mit welchen Sinnen? Den Feind erkennen aus den Augenwinkeln an einer winzigen Bewegung am Horizont, das genügt nicht. Weder das Geschwader über mir noch das pochende Herz in mir, das mir eingibt, aufzuspringen, hinauszurennen aus dem Keller, was im Moment der sichere Tod, wenig später die Rettung sein könnte, sind ein „Feind am Horizont“. Wenn ich 2016 auf dem Kellerboden liege, wäre der Horizont, also Sitz des Feindes, im Jahr 1921 vermutlich in London und Paris und nicht in einem syrischen Städtchen im Süden von Aleppo.

Wäre mein Körper aus Stahl und so biegsam wie eine junge Pappel, ich könnte das Bombenfragment, das mich treffen will, abfedern. So kritisiert der SICH VERÄNDERNDE HIMMEL OBEN, den Körper, die Sinne und den Geist und fordert dringlich den Homo Novus, wie er zuletzt 1917 von den Biokosmisten der russischen Revolution ins Auge gefaßt wurde. Wo Brüder seid Ihr jetzt in meiner Not? Es war genug Zeit, mit Euch in Verbindung zu treten, aber ich war beschäftigt. Ich habe die kristallenen Farben des Himmels abzuzählen versucht. Der Himmel in der Frühe und der in der Abenddämmerung ist in unseren Breiten ein begabter Maler. Einige Sekunden vor meinem Ende (und das meiner Lieben) – und wenn der Einschlag den Nachbarn trifft künftig immerfort – will ich himmelschreiender Kritiker sein. Ich sauge an den Zitzen der Wölfin, um dieses Wundermittel in mich hineinzufüllen, falls mir Zeit bleibt.

 

Film-Still Mehrfachbilder

 

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Umrahmt wurde die Collage aus Text und Film mit ausgewählten klassischen Stücken, interpretiert von Fabio Cerroni am Flügel. Dazu zählten das „Liebesduett“ von Giacomo Puccini aus Manon Lescaut, Claudio Monteverdis „Schlussduett“ aus Die Krönung der Poppea, „Die Erde ist gewaltig schön, doch sicher ist sie nicht“ von Franz Schubert aus Wie Ulfru fischt sowie Giuseppe Verdis „Arie des Macduff“ aus Macbeth.

 

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf YouTube: Eindrücke von der feierlichen Verleihung

 

Der Jean Paul-Preis des Freistaats wird in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen. Unter den bisherigen PreisträgerInnen waren Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß, Horst Bienek, Hermann Lenz, Günter de Bruyn, Herbert Rosendorfer, Gerhard Polt, Brigitte Kronauer, Petra Morsbach und Gerhard Roth.


Externe Links:

Magazin aviso

Jean-Paul-Preis 2017

Literatur von Alexander Kluge im BVB

Literatur über Alexander Kluge im BVB

Homepage von Alexander Kluge

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst


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