Literaturhaus München: Eine Tagung zu Literatur im Netz

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Instagram oder Facebook, Twitter oder Blogs: Auf den Timelines hält sich die Zeit nur kurz auf und orgelt dann im Affenzahn weiter. Dabei entstehen neue kreative Textformen, die in ein 280 Zeichenlimit von Twitter passen oder die durch Likes und Shares auf Facebook weiterwachsen. Literatur ist längst nicht mehr nur das, was zwischen zwei Buchdeckel passt. Sie entsteht digital, schnell und mit einer eigenen Poesie, kollektiv oder im Dialog mit Lesern. Ist das neu? Ist das gut? Diesen und weiteren Themen rund um Literatur im Netz widmet sich die Tagung SCREENSHOTS der Bayerischen Akademie des Schreibens im Literaturhaus München.

 

 

Die Tagung der Bayerischen Akademie des Schreibens macht am 6. und 7. Dezember einen Screenshot der Literatur: die Timeline auf jetzt angehalten. Im Rahmen des zweitägigen Programms schauen sich Stefanie Sargnagel, Miriam Lay Brander, Jan Kuhlbrodt, Julietta Fix, Paula Fürstenberg, Rick Reuther, Andreas Bülhoff, Thomas Lang, Lea Schneider, Tillmann Severin, Puneh Ansari und Florian Kessler an, was im Netz passiert und stellen Fragen an die neuen Formen. Wie viele Zeichen braucht man, um literarisch zu schreiben, und wie verhalten sich die neuen kleinen Formen zu denen des 20. Jahrhunderts? Welche Position hat der/die Autor*in, oft in live-Übertragung und häufig mit Profilbild und Privatsphäre agierend? Und gewinnt eine Literatur, die so unmittelbar auf ihre Zeit reagiert, neue Relevanz, neue Autoren und Leser/Wreader?

Schnell und interaktiv soll auch die Tagung selbst sein, ein Forum derer, die das angeht. Neben Vorträgen wird das Publikum zu aktiver Teilnahme an den Workshops über Netzromane, Elektrolyrik und genau 404 experimentelle Arten zu sprechen eingeladen. Auch das Literaturportal Bayern folgt diesem Aufruf und wird die Tagung begleiten.

 

 

PROGRAMM

6. DEZEMBER 2017

Den Auftakt markiert eine Lesung von Jan Kuhlbrodt aus seinem großen Essay Das Elster-Experiment und die Frage „Wie schafft es eine Elster, mit Hilfe eines Spiegels einen Zettel von ihrem Rücken zu entfernen?“. Das Elster-Experiment sucht Antworten im Rückspiegel einer eigenen Bildungsgeschichte. 2013 bei Mikrotext erschienen, war dieses Buch zunächst ein Blog-Experiment – sieben Tage lang, eine Schöpfungsgeschichte also, die wie keine andere zum Start der Tagung passt. Im Anschluss reflektiert Rick Reuther in seiner Interaktiv-Performance after live machen wir uns zu affen es ist schön hier oben und grob vereinfacht über das digitale Nachleben und den kreativen Nachlass im Netz. Wird unsere Zeit, unser gesamtes Leben und Sterben online verhandelt? Ist das Digitale unser neuer Himmel? Durch den Abend führt Nora Zapf.

 

7. DEZEMBER 2017

Der zweite Teil der Tagung beginnt am Folgetag um 9:00 Uhr mit Vorträgen und Diskussionen, moderiert von Marie Schmidt: Miriam Lay Brander spricht über die Kleinen Formen zwischen Lebenspraxis und Literatur, Jan Kuhlbrodt refereiert zum Thema Von realer Gegenwart und Julietta Fix stellt sich im Gespräch mit Zoë Beck der Frage „Ist Literatur im Internet ein Geschäftsmodell?“. Anschließend geht es um die Thematik „Auto(r)fiktion“ mit Stefanie Sargnagel (Das Status-Ich) und Paula Fürstenberg (Vom Ich zum Wir).

Nach der Mittagspause werden ab 14:00 Uhr drei Workshops angeboten: Andreas Bülhoff und Rick Reuther erproben unter 404 Arten zu sprechen. experimentelle Formen im Netz. Thomas Lang stellt bei Jugend ohne Plot? sein jüngstes Online-Schreibprojekt, den Netzroman Der gefundene Tod, vor und lässt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitschreiben. Lea Schneider und Tillmann Severin verfassen gemeinsam mit den Teilnehmenden Elektrolyrik.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion um 16:30 Uhr debattieren Stefanie Sargnagel, Puneh Ansari und Florian Kessler über das Jetzt und das Sofort: Muss Literatur ganz unmittelbar auf unsere Gegenwart reagieren? Die Tagung endet um 18:00 Uhr mit dem EINWURF/AUSWURF.

 

 

DIE EXPERTINNEN & EXPERTEN

PUNEH ANSARI

ANDREAS BÜLHOFF

JULIETTA FIX

PAULA FÜRSTENBERG

FLORIAN KESSLER

JAN KUHLBRODT

THOMAS LANG

MIRIAM LAY BRANDER

RICK REUTHER

STEFANIE SARGNAGEL

LEA SCHNEIDER

TILLMANN SEVERIN

 

 

DIE MODERATORINNEN

ZOË BECK

MARIE SCHMIDT

NORA ZAPF

 

 

BITTE NICHT VERGESSEN: LAPTOPS, TABLETS UND SMARTPHONES ZUM MITMACHEN MITBRINGEN!

 

 

Die Tagung wird kuratiert von Dr. Katrin Lange und Nora Zapf. Die Bayerische Akademie des Schreibens ist eine Kooperation der Stiftung Literaturhaus, dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg und des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.


Externe Links:

Tagungsprogramm

Literaturhaus München

Bayerische Akademie des Schreibens


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