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Bayerische Kunstförderpreise 2016: Preisträger in der Sparte Literatur

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Verleihung der Bayerischen Kunstförderpreise in der Hochschule für Fernsehen und Film © Kultusministerium (Fotograf: Steffen Leiprecht)

Am 28. November wurden die Bayerischen Kunstförderpreise in der Hochschule für Fernsehen und Film in München feierlich verliehen: Sechzehn Künstlerinnen und Künstler sowie Ensembles erhielten den begehrten Preis für ihre Leistungen in den Kategorien Bildende Kunst, Musik und Tanz, Literatur sowie Darstellende Kunst. Die Preisträger in der Sparte Literatur sind in diesem Jahr der Autor und Poetry Slammer Pierre Jarawan, die Autorin Mercedes Lauenstein und der literarische Übersetzer Jan Schönherr. Vergeben werden die Preise vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

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„Alle mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler überzeugten die Jurys mit ihrem beeindruckenden Talent. Mit ihrem Schaffen in den unterschiedlichen Ausdrucksmitteln der bildenden und darstellenden Künste, Musik und Tanz, sowie Literatur bereichern die sechzehn Einzelkünstler und Ensembles unsere Kunstlandschaft und zeigen die große Bandbreite der Kunstszene in Bayern auf“, sagte Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Verleihung der Bayerischen Kunstförderpreise. Minister Spaenle betonte: „Der Freistaat Bayern fördert kreative Talente aktiv und unterstützt junge Künstlerinnen und Künstler auf ihrem Weg. Die Auszeichnung mit dem Kunstförderpreis ist zum einen Auszeichnung und Anerkennung für das bereits Erreichte, aber auch Ansporn für die Zukunft.“

Der Bayerische Kunstförderpreis wird seit 1965 jährlich in den vier Sparten „Bildende Kunst“, „Darstellende Kunst“, „Musik und Tanz“ sowie „Literatur“ vergeben. Die Preisträger leben in Bayern, haben hier ihren Schaffensmittelpunkt und sind höchstens 40 Jahre alt. Zudem haben sie ihre Ausbildung abgeschlossen, verfügen über eine außergewöhnliche künstlerische Begabung und sind bereits durch herausragende Leistungen hervorgetreten. Die Preise werden vom Bayerischen Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag von Fachjurys vergeben. Die Auszeichnung ist mit 6.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger sind etwa Axel Milberg, Nina Kunzendorf, Michael Wollny, Klüpfel & Kobr, Nora Gomringer, Thomas Demand oder Loretta Lux.

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Die Preisträger in der Sparte Literatur

 

Pierre Jarawan

© Hochschule für Fernsehen und Film

Pierre Jarawan, 1985 in Amman/Jordanien geboren, hat bisher sehr erfolgreich an nationalen wie internationalen Poetry Slams teilgenommen. Jarawan leitet Poetry Slam-Workshops und Kurse für kreatives Schreiben. Sein Romandebüt Am Ende bleiben die Zedern erschien 2016 im Berlin Verlag. 2015 erhielt Jarawan das Literaturstipendium der Stadt München für dieses Projekt. Der Roman handelt von Samir, dessen Eltern bereits vor seiner Geburt aus dem Libanon nach Deutschland geflüchtet waren. Sein Vater verschwand, als er acht Jahre war. Als 28-Jähriger macht er sich nun auf, um Spuren seines Vaters zu suchen. Die Jury lobte an dem „bemerkenswerten Debüt“ die genau beobachtende und berührende Schilderung der Familiengeschichte sowie der politischen Situation im Libanon und dessen wechselvoller Geschichte.

Zum Videoporträt von Pierre Jarawan

 

Mercedes Lauenstein

© Hochschule für Fernsehen und Film

Mercedes Lauenstein, 1988 in Kappeln an der Schlei geboren, studierte Europäische Ethnologie und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2009 arbeitet sie für das Online-Magazin „jetzt.de“ und schreibt als freie Autorin literarische Essays sowie „literarische Reportagen“ für verschiedene Zeitungen und Magazine. Nachts ist 2015 im Aufbau-Verlag in Berlin erschienen. In 25 Erzählungen beschreibt die junge Autorin Begegnungen mit Einzelgängern, Schlaflosen und Neugierigen. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der „innovativen literarischen Recherche, die dem verborgenen nächtlichen Leben der Stadt nachgeht.“

Zum Videoportrait von Mercedes Lauenstein

 

Jan Schönherr

© Hochschule für Fernsehen und Film

Jan Schönherr, 1979 in Weingarten geboren, studierte Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaften und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Université de Poitiers. Anschließend absolvierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität das Aufbaustudium „Literarisches Übersetzen aus dem Englischen“. Seit dem Ende seines Studiums ist er als freier Übersetzer tätig. In diesen vier Jahren konnte er sich bereits mit acht Buchübersetzungen etablieren. Die Jury hob bezüglich der Übersetzungen Angel Baby von Richard Lange und Freedom’s Child von Jax Miller die „souveräne handwerkliche Beherrschung des Übersetzens und die stilistische Sicherheit und Raffinesse“ hervor.

Zum Videoportrait von Jan Schönherr


Externe Links:

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Hochschule für Fernsehen und Film

Homepage von Pierre Jarawan

Am Ende bleiben die Zedern im Berlin Verlag

Homepage von Mercedes Lauenstein

Nachts im Aufbau Verlag

Homepage von Jan Schönherr


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