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14.10.2016, 14:00 Uhr
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Die Entstehung eines Netzromans: Die Frauen um Elle

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Mit Unterstützung des Literaturportals Bayern schreibt der Münchener Schriftsteller und Ingeborg-Bachmann-Preisträger Thomas Lang einen interaktiven Roman – live im Netz auf netzroman.thomaslang.net. Starttermin war der 1. September 2016, erste „Bausteine“ der Erzählung wurden veröffentlicht und von den Leserinnen und Lesern kommentiert. Was ist bislang passiert?

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Die schrägen Jungs, mit denen Elle ihre Freizeit verbringt, hat Thomas Lang den Userinnen und Usern bereits vorgestellt. Daneben gibt es in Elles sozialen Umfeld auch einige wichtige Frauenfiguren: ihre Mutter Madlen, die ältere Freundin Betse und Sophie, eine frühere Grundschulfreundin.

 

Madlen

Elles Verhältnis zu ihrer Mutter ist nicht ganz einfach. Als Alleinerziehende verlangt Madlen viel Mitarbeit und Verantwortung für den Haushalt von ihrer Tochter. Thomas Lang hat noch offen gelassen, ob Elle vielleicht eine kleine Schwester hat, für die sie auch noch Teile der mütterlichen Rolle mitübernehmen muss.

Als Elle zur Welt kam, war Madlen gerade erst 18 und hat sich bereits während der Schwangerschaft von Elles Vater getrennt, der nach Lang in der Geschichte nicht vorkommen wird. Die kleine Schwester (falls es sie gibt) stammt dann von einem anderen Mann. Aus ihren gelegentlichen Affären hält sie ihre Tochter aber raus. Die kleine Familie hält Madlen mit einer Stelle in einem örtlichen Industriegebiet über Wasser. Elle ist also viel allein zuhause.

Der Autor beschreibt Madlen als „Gegenbild ihrer Tochter“ frühreif und ein bisschen wild. Ihre Jugendlichkeit versucht sich Madlen zu erhalten, indem sie sich „jung“ kleidet, auf Partys und Konzerte geht. Elle ist das oft peinlich. Madlen ärgert ihre Tochter dagegen damit, dass diese nicht so „wild“ ist und sich eher zuhause verkriecht. In den Gesprächen mit Elle wird sie laut Lang deshalb gelegentlich etwas „übergriffig“.

Darüber, ob Elle ein Geschwister haben soll, sind die Kommentatoren sehr uneins, eine Frau wie Madlen würde sich wahrscheinlich kein weiteres Kind „antun“. Andererseits könnte die Familiendynamik durch eine kleine Schwester spannender sein. Vielleicht ist „die Kleine“ sogar verhaltenauffällig, schlägt ein User vor. Das würde für Elle umso mehr Verantwortlichkeit, aber auch Eifersucht bedeuten. Wie könnte der Alltag der drei aussehen? Interessiert sich Madlen für die schulischen Leistungen ihrer Kinder? Hat sie Pläne für Elle?

Zum Beitrag über Madlen

 

Betse

Betse (eigentlich Elisabeth) scheint so etwas wie eine „Ersatzmutter“ oder zumindest die bevorzugte Ansprechpartnerin bei Problemen für Elle zu sein. Die beiden haben ein enges Verhältlis  enger als das zu Elles Mutter? Betse ist schon Ende 20, kennt Elle von klein auf und hat früher oft auf sie aufgepasst. Der enge Kontakt der beiden hat aber auch Grenzen. Elle weiß, dass sie mit „dunklen Sachen“ nicht zu Betse kommen kann.

Betse ist in dieser Hinsicht auch eine Gegenfigur zu Elle: Thomas Lang nennt sie einen „hellen Typ“ und eine Weltverbesserin, vielleicht ist sie sogar gläubig. Betse ist sehr kontrolliert, nach Lang wirkt nichts an ihr zufällig.  Deshalb verläuft auch ihr Leben nach Plan. Sie hat einen Freund oder sogar Verlobten und könnte mit den Vorbereitungen auf ihre Hochzeit beschäftigt sein.

Mit Elle verbindet Betse sicher ein Art von Liebe, aber auch die Kritik am Leben von Elles Mutter ist eine Gemeinsamkeit, wenngleich Betse als Erwachsene eine andere Perspektive einnimmt. Betse glaubt an das Gute. Thomas Lang stellt sich vor, dass sie es leugnen würde, dass Elle fähig wäre ein Leiche zu schänden.

Wie sich der Kontakt zwischen Betse und Elle konkret gestaltet, hat Thomas Lang noch offen gelassen. Unternehmen die beiden gelegentlich etwas zusammen? Vermutlich hält Betse nicht viel von Elles düsteren Freunden. Vertraut sich Elle ihrer älteren Freundin nach der Straftat trotzdem an? Wie reagiert Betse? Lässt sie Elle fallen?

Zum Beitrag über Betse

 

Sophie

Zuletzt hat Thomas Lang eine gleichaltrige Freundin von Elle vorgestellt: Sophie. Obwohl es eigentlich gar nicht richtig feststeht, ob Elle und Sophie noch richtige Freundinnen sind. Die beiden waren in der Grundschule eng befreundet, haben sich im Laufe der Pubertät aber voneinander entfernt. Sie haben immer noch Kontakt. Wo und wie, das hat Lang als Frage an seine Leserinnen und Leser gestellt.

Auch Sophie ist anders als Elle. Sie kleidet sich „trendy“, kauft gern Markenkleidung, macht sich die Nägel. Elle findet sie gutaussehend, aber eben mit dem falschen „Stye“. Ihr provokanteres Äußeres und ihre Andersartigkeit findet wiederum Sophie spannend an Elle. Sophie ist zwar kein Streberin, aber besser in der Schule als Elle und betreibt auch Sport in einem Verein. Darauf, dass Sophie einen festen Freund hat, ist Elle nach Thomas Lang manchmal neidisch.

Ist Sophie eine Vertrauensperson für Elle? Sie hat Sophie zu ihrer Geburtstagsfeier auf dem Bahngelände eingeladen, allerdings kommt Sophie dann nicht  – soviel hat Lang bereits verraten –, auch weil sie Elles Freunde nicht mag. Bei Sophie kann man es sich aber auch nicht vorstellen, dass sie sich an der Schändung einer Leiche beteiligen würde.

Zum Beitrag über Sophie


Externe Links:

netzroman.thomaslang.net

Homepage von Thomas Lang


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