LISA feiert fulminantes Finale

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Überall in Schrobenhausen wurden am Sonntag Bücher und Adressen getauscht, Abschiedseindrücke gesammelt und Verabredungen fürs nächste Jahr getroffen. Die Teilnehmer der 8. Literarischen Sommerakademie reisten ab, die Koffer voller Texte, die Köpfe voller Ideen. Hinter ihnen liegt eine Woche mit intensiver Textarbeit, gut besuchten Abendveranstaltungen und engagierten Diskussionen.

Besonders der Abschlussabend wird vielen im Gedächtnis bleiben. Nicht nur wegen der gelungenen Kurspräsentationen, sondern auch wegen der Salsa-Band Mezcla Brava aus München. Die Teilnehmer der Sommerakademie waren begeistert von der Spielfreude der jungen Musiker. Und die gaben das Kompliment zurück: „Das hatten wir noch nie, dass die Leute schon beim Soundcheck tanzen“, sagte die Sängerin Natalie Aguilar Trujillo. Viele Gäste blieben vom Soundcheck bis zum letzten Ton auf der Tanzfläche. 

Das Abschlussfest der 8. Literarischen Sommerakademie in Schrobenhausen fand bereits am Samstag statt. Im Pavillon der Musikschule zeigten die Teilnehmer, was sie in der vergangenen Woche gelernt hatten. Die Jugendlichen beeindruckten mit großer Kreativität und souveränem Vortrag. Da schlüpfte eine Teilnehmerin in die Rolle einer schalkhaften Windböe, ein anderer experimentierte mit frecher Figurenrede. Allen merkte man an, dass Reinhold Zieglers Kurs sie beflügelt hatte und der Zuschuss der Bauer-Stiftung hier gut investiert war.

Auch die Erwachsenen spielten ebenso eifrig wie ergiebig mit Sprache, etwa bei den Krotopollen, die Friederike Kretzen anfertigen ließ, oder den Wenn-Sätzen der Kastura-Schüler, die einander vorantrieben, dass es eine Freude war. Szenische Elemente verliehen vielen Texten eine besondere Qualität. So endete eine Lesung aus dem Autobiographie-Kurs damit, dass das Publikum den Namen der beschriebenen Figur, des Schuldirektors Aschenbrenner, skandierte und die Grenzen zwischen literarischer Fiktion und aktuellem Hörerlebnis aufhob. Eine ganz eigene Spannung bot der Abend für Norbert Niemann. Denn seine Teilnehmer hatten darum gebeten, die Präsentation selbständig vorzubereiten, und so wusste ihr Dozent nicht, was ihn erwartete. Er war jedoch vollauf zufrieden, sowohl mit der Initiative seiner Schüler als auch mit dem Ergebnis. Akademieleiter Arwed Vogel bestärkte ihn darin: „Genauso hab ich mir das vorgestellt. Wir wollen die Teilnehmer ja nicht bevormunden, sondern Impulse geben, die nachwirken.“

Akademieleiter Arwed Vogel zeigte sich am Ende der Woche insgesamt sehr zufrieden. „Wir haben einiges gewagt, neue Formate wie den Graphic-Novel-Workshop ausprobiert, und wir sind nicht enttäuscht worden. Von den Schülern bis zu den Senioren, von Schreibanfängern bis zu erfahrenen Autoren mit mehreren Publikationen – alle haben sich auf die Akademie eingelassen und sind einen guten Schritt weitergekommen.“ Besonders freute ihn auch die Zusammenarbeit der Dozenten. Friederike Kretzen, die heuer zum ersten Mal in Schrobenhausen dabei war, wurde mit offenen Armen empfangen. Vogel und seine Dozenten sind sich einig: „Fortsetzung folgt“.

Wer sich selbst einen Eindruck von der Sommerakademie verschaffen will, kann ausgewählte Beiträge im Literaturradio Bayern nachhören unter www.machdeinradio.de im Kanal FLP.


Externe Links:

8. Literarische Sommerakademie Schrobenhausen


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