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Zweites Deutsch-Ukrainisches Schriftstellertreffen in der Ukraine Dnipro 2016

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Dnipro - Uferpromenade am gleichnamigen Fluss mit Blick auf „Dniprocity“, Foto: Kulturallmende

Das Literaturprojekt Eine Brücke aus Papier entstand, um dem vom Krieg erschütterten Land der Ukraine mit Mitteln der Kultur zu begegnen und nicht länger von außen nur zuzusehen. Unsere Initiative will die ukrainische Kultur und Literatur, deren Protagonisten zumeist den Maidan miterlebt und ihn mit Bildern, Texten, Songs und Performances weiterverbreitet haben, in ihrem Land zu einem kontinuierlichen Gedanken- und Erfahrungsaustausch treffen. In Deutschland und den westeuropäischen Ländern ist die Kenntnis der ukrainischen Geschichte, Sprache und Kultur noch immer rudimentär. Die Ukraine, so äußerte es Jurko Prochasko beim Treffen in Lwiw, sei eben „unauratisch“, weshalb sich im westlich von ihm gelegenen Europa kaum jemand für das Land und ihre gemeinsame Geschichte interessiere. Wenn wir deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller einladen, die Ukraine zu besuchen, um dort ihre Kollegen zu literarischen Gesprächen und gemeinsamen Auftritten zu treffen und mit dem ukrainischen Publikum in Dialog zu treten, können wir bei uns und in der ukrainischen Öffentlichkeit sichtbarer werden und mehr Bewusstsein für Historie, Kultur und Literatur der Ukraine erreichen.

Der Titel Eine Brücke aus Papier verdankt sich dem Schriftsteller und Friedenspreisträger Manès Sperber (1905-1984) und geht auf eine chassidische Legende seines galizisch-ukrainischen Herkunftstorts Zablotow, am Fluss Pruth gelegen, zurück.

Die erste Veranstaltung der Brücke aus Papier traf 2015 im westukrainischen Lemberg/Lwiw auf ein junges literarisches Publikum und interessierte Medien auf beiden Seiten, so dass sich das Projekt schon einen Namen gemacht hat und in seiner diesjährigen Zielstadt Dnipro am Dnipro (russisch Dnjepr) an die Erfolge des Vorjahrs mit dem zweiten deutsch-ukrainischen Schriftstellertreffen anknüpfen kann. Die Beziehung zu Lwiw, auf der rechtsufrigen Seite des Dnipro gelegen, wird durch die weitere Einbindung von Lwiw in Dnipro, das zur linksufrigen Seite des Flusses gehört, aufrechterhalten. So wird die von Jurko Prochasko herbeigewünschte „Brücke aus Papier. Gedächtnisbrücke. Luftbrücke. Landbrücke. Landungsbrücke“, die das mitteleuropäische Territorium auf das gesamte ukrainische Gebiet erweitern will, entworfen.

Dnipro - Blick auf den Fluss und den Taras Schewtschenko Park, Foto: Kulturallmende

Unter Einsatz von Schriftstellern, Historikern, Übersetzern und Literaturvermittlern und mithilfe urbaner Strukturen der gastgebenden Stadt werden wir uns in einem dreitägigen Treffen vom 10. bis 12. November 2016 mit Lesungen, Vorträgen, Debatten und Exkursionen in Dnipro austauschen.

Die Münchner Kulturjournalistin Judith Leister, die das Projekt mitkuratiert, erzählt in Blogbeiträgen von ihren Beobachtungen und Erfahrungen in der hierzulande nahezu unbekannten Millionenstadt und wird auch vom Treffen selbst berichten.

Gefördert wird das Projekt vom Auswärtigen Amt und vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München fördert die neu entstehende dreisprachige Projektwebsite paperbridge.de (dt.-ukr.-engl.).

Weitere Informationen finden sich auf www.kulturallmende.org und demnächst auf www.paperbridge.de.



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