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21.06.2016, 11:50 Uhr
Redaktion

Andrea O'Brien erhält Übersetzerstipendium

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Andrea O'Brien und Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Verleihung in der Bibliothek des Münchner Literaturhauses (c) Steffen Leiprecht

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle hat Andrea O’Brien im Literaturhaus München das vom Freistaat Bayern mit 6.000 Euro dotierte Übersetzerstipendium verliehen. Sie wird von der Jury für ihren flüssigen Duktus und die hohe Sprachsicherheit bei der Übersetzung des Romans This Is Your Life, Harriet Chance! des US-Autors Jonathan Evison ausgezeichnet. Die Übersetzung wird 2017 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen.

 
Im Werkstattgespräch mit Lektorin Helga Frese-Resch und Übersetzerkollegin Tanja Handels gewinnt das Publikum interessante Einblicke in die Arbeitsweise der Übersetzerin. (c) Steffen Leiprecht

Andrea O’Brien geht es vor allem darum, die Schwingungen eines Originaltextes zu erfassen. Ihre Übersetzung sei der Versuch, diese Schwingungen zu übertragen. So könne der übersetzte Text beim Leser die gleiche Wirkung erzielen wie das Original.

Gerade bei der Übersetzung von This is your life, Harriet Chance! sei es nicht leicht gewesen, für die 78-jährige Protagonistin Harriet, deren mühsam aufrecht erhaltene Lebenslüge während einer Kreuzfahrt nach Alaska nach dem Tod ihres Mannes zusammenbricht, eine eigene Stimme zu finden. O’Brien hat es gewagt, sich früh vom Originaltext zu lösen: Sie spielt in Erinnerung an die Sprache ihrer Großmutter mit Sprichwörtern und Phrasen, die eine Frau dieses Alters im Deutschen wahrscheinlich verwenden würde.

Das Literaturportal Bayern darf mit freundlicher Genehmigung der Übersetzerin einen Arbeitsprobe von O’Briens Übersetzung von This Is Your Life, Harriet Chance!  zeigen, die diese Arbeitsweise verdeutlicht:

 

Andrea O’Brien stellt übrigens neben ihrer literarischen Übersetzertätigkeit im Blog Krimiscout englischsprachige Kriminalliteratur und -Autoren vor, die (noch) keine deutsche Übersetzung gefunden haben.


Externe Links:

Krimiscout

Pressemeldung zur Preisverleihung vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst


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