IBK-Kulturforum 2016 zum Thema Literaturhäuser

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Fachpublikum am IBK-Kulturforum © Wolfgang Maria Weber

Am Donnerstag, den 7. April 2016, fand im Literaturhaus München das IBK-Kulturforum 2016 statt. 50 Fachleute diskutierten das Thema: Literaturhäuser – Bilanz, Perspektiven, Herausforderungen. Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sagte: „Literaturhäuser sind Literaturvermittler ersten Ranges. Sie reagieren auf neue Entwicklungen des literarischen Lebens, entwickeln Veranstaltungsformate für verschiedene Lesebedürfnisse und pflegen des differenzierte Gespräch über Literatur.“

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Literaturhäuser behaupten heute eine markante Stellung im kulturellen Leben von Städten und Regionen. Sie haben einen erheblichen Anteil daran, dass Literatur selbstbewusst, öffentlichkeitswirksam und facettenreich auftritt und interessante neue Formate für die Literaturvermittlung entwickelt werden. Literaturhäuser zielen auf kulturelle Teilhabe, fördern den literarischen Nachwuchs und bieten Raum für zivilgesellschaftliche Diskurse. Nach rund 30 Jahren Erfahrung mit diesen wichtigen Einrichtungen war für die Kommission Kultur der IBK der Moment für eine Zwischenbilanz, Selbstreflexion und Diskussion von Zukunftsperspektiven gekommen.

 

Das ganze Spektrum

Vertreterinnen und Vertreter namhafter Literaturhäuser, verwandter Einrichtungen und Verlage sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus dem Bodenseeraum und von außerhalb nahmen am Kulturforum teil. Vor einem Fachpublikum beleuchteten sie in sechs hochkarätig besetzten Foren den aktuellen Stand und die Herausforderungen der Literaturhäuser und der Literatur-Förderung zur Programmgestaltung, zu regionalen Standorten, jungen Formaten, Schreibwerkstätten, Öffentlichkeitsarbeit sowie zu Sponsoren und Kooperationen.

 

Perspektiven

Einstimmiges Credo der Fachleute war, dass sich die Institution Literaturhaus bewährt hat und wichtige Impulse für die Förderung und Vermittlung von Literatur bringt. Allerdings sind auch die Literaturhäuser dem Wandel von Gesellschaft und Rezeptionsgewohnheiten ausgesetzt und müssen sich dabei erfolgreich positionieren. Innerhalb der Literaturszene sind sie selber zu Akteuren und Kreateuren geworden, die immer mehr gattungs- und genreübergreifend auch mit anderen Kunst- und Präsentationsformen arbeiten, aber auch etablierte Formate wie die klassische „Wasserglaslesung“ pflegen. Dabei kommt ihnen eine immer stärkere Selektionsfunktion in Bezug auf Literatur zu, die von Medien und Verlagen genau beobachtet wird. Wichtige aktuelle Ansätze sind Kooperationen, individuelle Kommunikationsstrategien, Ortswechsel und Partizipation bei der Gestaltung der Programme; jeweils im weiten Spannungsfeld zwischen purem Text und aufwändiger Inszenierung. Dabei zeichnet Literaturhäuser gegenüber der wachsenden Anzahl an Festivals ihre langfristige Perspektive und die Zeit, die sie sich nehmen können, aus.

In der abschließenden Runde über Perspektiven und Herausforderungen sagte Reinhard Wittmann, Leiter des Literaturhauses München: „Literaturhäuser verschaffen der Literatur Sichtbarkeit und entwickeln sich immer mehr zu Orten, an denen gesellschaftliche und politische Themen der Zukunft verhandelt werden. Auch erfüllen sie das steigende Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaftserlebnissen, egal ob in der Metropole oder in der Peripherie.“ Auf die Zukunft der Literaturhäuser angesprochen sagte Bettina Spoerri, Leiterin des Aargauer Literaturhauses in Lenzburg: „Ein Literaturhaus verändert sich die ganze Zeit.“ Und Thomas Geiger vom Literarischen Colloquim Berlin ergänzte, dass es wichtig sei, dabei mit den nachwachsenden Generationen auf Tuchfühlung zu bleiben.

Diskussionsrunde am IBK-Kulturforum mit (v.l.n.r.): Sabine Graf (Literaturhaus Zentralschweiz), Reinhard Wittmann (Literaturhaus München), Thomas Geiger (Literarisches Colloquim Berlin; Moderation), Stefanie Stegmann (Literaturhaus Stuttgart), Patricia Preuß (Literaturhaus Oberpfalz) und Roman Banzer (Literaturhaus Liechtenstein). © Wolfgang Maria Weber

 

IBK-Kulturforum

Das Kulturforum der Kommission Kultur der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) findet alle zwei Jahre zu einem anderen Thema statt. Es bietet einem Fachpublikum, vornehmlich aus dem Bereich der Kulturförderung der Länder und Kantone aus der Bodenseeregion, Raum für Begegnung, Austausch und Reflexion. Das diesjährige Kulturforum richtete der Freistaat Bayern in Kooperation mit dem Literaturhaus München aus.

 

Internationale Bodensee Konferenz

Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) ist die gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern. Ziel der IBK ist es, die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Sie bildet den Kern eines breit gefächerten Netzwerkes der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion.

Kontakt: Dr. Elisabeth Donoughue, elisabeth.donoughue[AT]stmbw.bayern.de

Weitere Informationen: Portraits der beteiligten Institutionen und Referenten sowie ein ausführlicher Bericht in Kürze unter www.bodenseekonferenz.org/kultur


Externe Links:

Internationale Bodensee Konferenz (IBK)

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Literaturhaus München


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