Chamisso-Preise an Esther Kinsky und Uljana Wolf

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Chamisso, Pfeife rauchend (Zeichnung von F. C. Weiß)

Die Schriftstellerinnen und Übersetzerinnen Esther Kinsky und Uljana Wolf erhalten beide den mit 15.000 Euro  dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2016. Esther Kinsky wird für ihr bisheriges  Gesamtwerk geehrt, insbesondere für ihren Roman „Am Fluss“ (Matthes & Seitz 2014). Mit ihrem Werk habe sie sich „als sprachsensible Beobachterin menschlicher Existenz im 21. Jahrhundert erwiesen“, urteilt die Jury. Auch Uljana Wolf erhält den Chamisso-Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk, insbesondere für ihren Lyrikband „Meine schönste Lengevitch“ (kookbooks 2013). „Ihre Annäherungen an das Fremde durch spielerische Reflexion sprachlich vermittelter Realität sind gelungene Beispiele für eine zukunftsweisende kosmopolitische Literatur“.

„Das literarische Werk der beiden Autorinnen ist so eindrucksvoll, dass sich die Jury in diesem Jahr für zwei gleichberechtigte Hauptpreisträger entschieden hat“, sagt Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir mit Esther Kinsky und Uljana Wolf zwei herausragende Schriftstellerinnen ehren dürfen.“

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache. Damit ist der Preis der einzige seiner Art in Deutschland. 2016 wird er zum 32. Mal verliehen. 

Die Preisverleihung findet am 3. März 2016 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz statt. Am 4. März lesen die Preisträgerinnen im Literaturhaus München aus ihren Werken.

 

Uljana Wolf (Foto: Kai Nedden), Esther Kinsky (Foto: Yves Noir)

Esther Kinsky, geboren 1956 in Engelskirchen, lebt in Berlin und in Battonya/ Ungarn. Sie ist Schriftstellerin und Übersetzerin. In ihrem Essayband „Fremdsprechen“ (2013) reflektiert sie das Verhältnis von Texten und ihren Übersetzungen. Seit 2010 sind drei Gedichtbände erschienen: „die ungerührte schrift des jahrs“ (2010), „Aufbruch nach Patagonien“ (2012) und „Naturschutzgebiet“ (2013). Zu ihren Romanen gehören „Sommerfrische“ (2010) und „Banatsko“ (2014) sowie „Am Fluss“ (2014), für den sie mit dem Kranichsteiner Literaturpreis und dem Preis der SWR-Bestenliste ausgezeichnet worden ist. 

Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Berlin und New York. 2005 erschien ihr Gedichtband „kochanie ich habe brot gekauft“, 2009 folgte „falsche freunde“ und 2012, gemeinsam mit Christian Hawkey, die Sonett-Ausstreichungen „Sonne From Ort“. Daneben veröffentlichte Uljana Wolf den Essay „BOX OFFICE“ (2010) und mehrere Lyrikübersetzungen. Für ihre literarischen Arbeiten und Übersetzungen erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den Peter-Huchel-Preis und den Dresdner Lyrikpreis. 

Die Juroren des Chamisso-Preises 2016 sind: Wolfgang Herles (Literaturkritiker), Michael Krüger (Schriftsteller und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste), Klaus-Dieter Lehmann (Präsident des Goethe-Instituts), Wiebke Porombka (Literaturkritikerin) Denis Scheck (Literaturkritiker), Insa Wilke (Literaturkritikerin) und Feridun Zaimoglu (Schriftsteller und Chamisso-Preisträger 2005).

 


Externe Links:

Robert Bosch Stiftung

Chamisso-Preis auf der Website der Stiftung

Verlagsseite Esther Kinsky

Verlagsseite Uljana Wolf


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