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18.11.2015, 15:13 Uhr
Alke Müller-Wendlandt
Institutionen-Blog
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© Catherina Hess

Markt der unabhängigen Verlage & Comicreportage-Ausstellung

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Seit 2006 gibt es den Markt der unabhängigen Verlage, ins Leben gerufen, um auch den kleineren, jungen, wilden und vor allem unabhängigen Verlagen eine Heimat zu geben – sind doch die großen Verlage ohnehin täglich zu Gast im Literaturhaus. Die Idee war, die vielfältigen Programme der unabhängigen Verlagsszene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Büchern abseits der ausgetretenen Mainstream-Pfade zu präsentieren. Seit 2009 wird als Auftakt des Marktwochenendes außerdem der Preis an einen bayerischen Kleinverlag verliehen.

Es sind 30 unabhängige Verlage, die sich im Literaturhaus präsentieren, darunter Wiederholungstäter, aber auch jährlich wechselnde Neuentdeckungen. Sie zeigen ausnahmslos Bücher mit einem hohen ästhetischen Anspruch, liebevoll und sorgfältig gestaltet. Da liegt es nahe, auch den Illustratoren und Zeichnern dieser Bücher in einer begleitenden Ausstellung Raum zu geben. Plakate und Bilder renommierter und frisch entdeckter Zeichner hängen neben Comic-Seiten, Originale neben Siebdrucken. Für jeden Liebhaber ist etwas dabei. Und jede Zeichnung ist zu kaufen – so wie die Bücher an den Marktständen auch.

Unabhängige Verlage sind für eine lebendige, bunte Bücherlandschaft unabdingbar. Diese Vielfalt wollen wir abbilden, daher könnten die eingeladenen Verlage unterschiedlicher nicht sein. Der Maro Verlag aus Augsburg mit Carl Weissners legendären Übersetzungen von Charles Bukowski oder der Heidelberger Verlag Das Wunderhorn mit seinem Poesie-, Afrika- und Fotografie-Schwerpunkt gehören eher zu den »alten Hasen«. Voland & Quist aus Dresden legt seinen Fokus auf Lesebühnenliteratur und Spoken-Word-Lyrik und fast jedem Buch eine CD oder DVD bei. Der Wuppertaler Peter Hammer Verlag begeistert mit großartig illustrierten Kinderbüchern von Wolf Erlbruch oder Nadia Budde. Und die Comicverlage Reprodukt, avant-verlag oder edition moderne zeigen eindrucksvoll, wie literarisch und gleichzeitig künstlerisch auch politische oder historische Themen erzählt und bebildert werden können, und setzten damit einen Trend, den längst auch die großen Verlage aufgegriffen haben.

Dass bei all dieser Vielfalt eine geradezu familiäre Atmosphäre herrscht, liegt daran, dass die Macher dieser Bücher alle selbst vor Ort sind. Sie sind das Herz dieser Veranstaltung, die denkbar besten Botschafter in eigener Sache und allesamt Überzeugungstäter. Sie werden nicht müde, den Besuchern über einzelne Autoren, das Büchermachen oder einen besonders gelungenen Umschlag zu erzählen, so dass man manchen Gast erst Stunden nach Eintreffen im Literaturhaus mit beseeltem Gesicht und vollen Tüten das Haus verlassen sieht. Schöner kann Literatur nicht sein.

Auftakt: Freitag, 4.12.2015: Preis an einen bayerischen Kleinverlag
Begleitende Ausstellung: »Gestrandet & Verwurzelt«: Reportage-Comics über München (von Barbara Yelin, Uli Oesterle, Frank Schmolke, Claudia Lieb, Yi Luo u.a.)


Externe Links:

Literaturhaus München

Münchner Literaturfest

Literaturhaus-Blog


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