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Ernst-Hoferichter-Preis 2016 an Ali Mitgutsch

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Ali Mitgutsch, Bilderbuchautor, Grafiker, Illustrator, Maler und Erfinder der Wimmelbücher wird mit dem Ernst-Hoferichter-Preis 2016 in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet. Mit dem Preis werden seit 1975 jährlich freischaffende Münchner Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich Literatur und Kabarett ausgezeichnet, die – wie Ernst Hoferichter – Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden. Der Preis wurde von Franzi Hoferichter, der Witwe des Münchner Schriftstellers, gestiftet. Über die Vergabe entscheidet der Stiftungsbeirat der Ernst-Hoferichter-Stiftung, der auch als Jury fungiert.

Die Verleihung findet am Mittwoch, 20. Januar 2016, im Rahmen einer geschlossenen Festveranstaltung im Literaturhaus durch Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers statt.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:

„Wer behauptet, dass man nur mit Worten erzählen kann, der kennt Ali Mitgutsch nicht. Mit seinen Bildern lässt er die Kleinen und Großen die Welt und den Alltag entdecken, erzählt, wie es so zugeht im Dorf und in der Stadt, auf dem Wasser und in den Bergen. Am besten ist es, wenn man die Welt von oben betrachtet – das hat der kleine Ali auf dem Riesenrad begriffen –, weil sie dann so viel weiter und bunter und wimmeliger ist und man viel mehr sieht und versteht, als wenn man mittendrin steckt.

Der Bilderbuchautor, Illustrator, Grafiker und Maler Ali Mitgutsch erzählt Geschichten in Bildern, mit Phantasie und Witz, liebevoll und schlitzohrig, detailreich und farbenfroh. Und er hat selbst Geschichte gemacht, als Vater der Wimmelbilderbücher, die in vielen Ländern veröffentlicht sind und nun schon die dritte faszinierte Kindergeneration auf Entdeckungsreise schicken. Mit dem Wort „Wimmelbücher“ ist er allerdings nicht ganz glücklich – er spricht lieber von „sich selbst erzählenden Bilderbüchern“, wenn er auch zugibt, dass das „schon reichlich spröde klingt“.

Ebenso „selbst erzählend“ wie seine Bücher sind auch Ali Mitgutschs „Traumkästchen“: Miniatursammelstätten von Weggeworfenem, Wiedergefundenem, Ertrödeltem; frei zusammengestellt zu neuen Sinn- und Unsinnszusammenhängen – mit Titeln zum Weiterträumen wie „Blühender Geschäftssinn“, „Die Muse des Literaturmessers“ oder „Überall ist Wunderland“. Letzteres könnte man als Motto über Mitgutschs gesamtes Werk setzen. Gerhard Polt hat das wohl auch so empfunden, als er seinem Freund zum 70. Geburtstag folgendermaßen gratulierte: „Ali Mitgutsch zeigt mir, wie bunt das Grau ist, wie schräg der Vogel, wie souverän der Depp – das heißt, wie unendlich reich die Kindheit ist.“

Ali Mitgutsch ist ein echtes Münchner Kindl – von seiner Kindheit in Schwabing während des Kriegs und in der Nachkriegszeit erzählt er in seiner Autobiographie „Herzanzünder“. Damals handelte sich der kleine Alfons seinen Namen „Ali“ ein, weil er am Abend immer so schwarz nachhause kam wie der Räuberhauptmann Ali Baba. Ein weltoffener Münchner ist er, ein passionierter Globetrotter, der viele Jahre lang rund um den Erdball gereist ist. Und vor allem: Ein Künstler ist er, originell und humorvoll wie kaum ein anderer. Kurzum: ein Preisträger, der auch Ernst und Franzi Hoferichter glücklich gemacht hätte.“

Unter den fast 100 Künstlerinnen und Künstlern, die bisher mit dem Ernst-Hoferichter-Preis ausgezeichnet wurden, sind Herbert Achternbusch, Ernst Augustin, Doris Dörrie, Axel Hacke, Jörg Hube, Bruno Jonas, Luise Kinseher, Jörg Maurer, Erwin Pelzig, Maria Peschek, Gerhard Polt, Herbert Riehl-Heyse, Tilman Spengler, Keto von Waberer, Marcus H. Rosenmüller und zuletzt Christoph Süß.

Dem Stiftungsbeirat gehören der Kulturreferent der Landeshauptstadt München, Dr. Hans-Georg Küppers (Vorsitz), der Leiter der Münchner Stadtbibliothek, Dr. Arne Ackermann, sowie Wolfgang Görl, Dr. Brigitta Rambeck, Michael Skasa und Christian Ude an.


Externe Links:

Förderungen der Stadt München

Ali Migutsch im Ravensburger Verlag


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