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Deutsch-ukrainisches Schriftstellertreffen in Lwiw/Lemberg

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Wissen und Kenntnisse über eine andere Kultur sind die Grundlage dafür, dass zwei Nationen einander verstehen: Die Ukraine ist in den vergangenen zwei Jahren vor allem mit beunruhigenden politischen Ereignissen in die öffentliche Wahrnehmung in Europa gelangt. Die gemeinnützige Gesellschaft Kulturallmende will nun dazu aufrufen, den Beobachtungsposten von außen zu verlassen und in einem engagierten langfristigen Kulturdialog Stellung zu beziehen. Das Literaturprojekt Eine Brücke aus Papier soll dazu beitragen, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und der Ukraine auf lange Sicht zu festigen. Den Auftakt des Projekts bildet ein mehrtägiges deutsch-ukrainisches Schriftstellertreffen in der Ukraine.

In Deutschland ist die Kenntnis der ukrainischen Geschichte, Sprache und Kultur kaum verbreitet, diese ist aber die Voraussetzung, um einander zu verstehen. Die Ukraine hat eine lebendige Literaturszene, und die Bücher ukrainischer Gegenwartsschriftsteller und -schriftstellerinnen liegen in deutscher Übersetzung zumeist aus dem Ukrainischen, aber auch aus dem Russischen, der zweiten Landessprache, vor. Schriftsteller errichten mit ihren Büchern und Texten Brücken aus Papier, die sich als haltbarer und belastbarer als jede Eisen-, Stein- oder Betonkonstruktion erweisen, weil sie sich ins menschliche und damit kulturelle Gedächtnis einprägen.

 

Das Treffen Eine Brücke aus Papier

Die Beziehungen zu ukrainischen und deutschen Schriftstellerinnen und Schriftstellern aufgreifend, beginnt die Kulturallmende das Literaturprojekt Eine Brücke aus Papier mit einem mehrtägigen deutsch-ukrainischen Schriftstellertreffen in der Ukraine. Als Ort für dieses erste Treffen wurde in Übereinkunft mit den ukrainischen Schriftstellern Lwiw/Lemberg in der Westukraine ausgewählt. In den kommenden Jahren soll Eine Brücke aus Papier in anderen ukrainischen Städten und auch in Deutschland weitergeführt werden.

Vom 27. bis 29. August 2015 werden sich in der Mediatec von Lwiw, vul. Muljars’ka 2 A, sechs Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland und sechs aus der Ukraine in Lesungen und Gesprächen an drei Veranstaltungstagen vorstellen. Das Treffen wird von Dolmetschern simultan übersetzt.

Vorträge von Schriftstellern, Historikern, Intellektuellen und Übersetzern beider Länder werden in Themen einführen, die zum gegenseitigen Verständnis beitragen – mit Themen wie das „Das Verhältnis von Ukraine – Russland – Deutschland“, „Schriftsteller und der Maidan, Beziehung zu Europa und EU“, „Sprache und Literaturgeschichte der Ukraine/Literarische Übersetzung ins Ukrainische/ins Deutsche“, „Beziehungen zu angrenzenden anderssprachigen Literaturen/Kulturen“. Ein Höhepunkt des Treffens wird eine lange gemeinsame Lesenacht am Freitag, 28. August 2015, für das Lemberger Publikum im Theatergebäude an der vul. Hnatyuka 11, sein.

Von deutscher Seite nehmen folgende Autorinnen und Autoren teil: Andreas Altmann, Sherko Fatah, Werner Fritsch, Iris Hanika, Petra Morsbach, Anja Utler. Ein besonderer Gast wird der Historiker und Publizist Prof. Karl Schlögl sein.

Die ukrainischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die sich an den Lesungen und Gesprächen beteiligen werden, sind Juri Andruchowytsch, Andrej Kurkow, Tanja Maljartschuk, Halyna Petrosanyak, Jurko Prochasko und Serhij Zhadan. Ein besonderer Gast von ukrainischer Seite wird Prof. Yaroslav Hrytsak von der Katholischen Universität in Lemberg sein.

 

Veranstalter

Die Veranstaltung Eine Brücke aus Papier der Kulturallmende findet in Kooperation mit dem Verlegerforum Lwiw und dem Kulturreferat der Stadt Lwiw (Lviv - City of Literature) statt. Gefördert wird sie vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.kulturallmende.org


Externe Links:

Eine Brücke aus Papier


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