Ausschreibung zum 27. Schwäbischen Kunstsommer vom 2. bis 10. August 2014

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Die Schriftstellerin Monika Rinck leitet die diesjährige Meisterklasse Lyrik

Was ist ein gutes Gedicht? Schwer zu sagen. Ein gutes Gedicht ist poetisch. Was ist poetisch? Ich würde sagen: Eine besondere Form von Anschaulichkeit. Dabei spielen unerhörte Begriffe und eigensinnige Bilder eine große Rolle. In dieser Klasse möchten wir uns mit Sprachbildern beschäftigen. Werden gute Bilder gemacht oder gefunden? Und wo muss ich nach ihnen suchen? Sind es Fügungen, die dem Unbewussten abgelauscht werden? Das dachten die Surrealisten, die dazu einige Praktiken und Experimente entwickelt haben. Diese werden wir uns etwas näher anschauen und – wir probieren sie sogar aus. Oder sind gelungene poetische Bilder streng durchdacht und analytisch gebaut? Wie verbessere ich ein gefundenes oder gemachtes Bild? Dieser Frage widmen wir uns gemeinsam im Gruppengespräch. Und wir versuchen uns zudem ein Bild von einem poetischen Bild zu machen – und zwar mit dem Skizzenblock. Wie sähe mein Gedicht aus, wenn es ein Comic oder eine absonderliche Bleistiftzeichnung wäre? Braucht die poetische Sprache gar ein gewisses Maß an Chaos? Wie bringe ich das Chaos zurück in ein Gedicht, an dem ich seit Wochen arbeite? Auch hierzu gibt es Übungen. Diese Klasse sieht sowohl Schreibexperimente, Gespräche, Textbesprechungen und Skizzen als auch ausgewählte Lektüren sowie Exkursionen (etwa zu poetisch unterschätzten Orten wie zum Beispiel zu einem Baumarkt) zur Bildersuche vor.

Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf begrenzt. Monika Rinck leitet die Meisterklasse, täglich 9-12 Uhr und 15-18 Uhr, führt Arbeitsgespräche und unterstützt die Vorbereitung wie Begleitung der Teilnehmerlesungen während des Kunstsommers am Sonntag, 3. August 20 Uhr.

Teilnahmebedingungen
Die Bereitschaft, eigene und fremde Texte vorzutragen, Offenheit gegenüber den Texten anderer und Interesse am Gespräch. Bitte bringen Sie auch eine Auswahl von Gedichte anderer Autoren mit, die Ihnen besonders gut gefallen.

Bewerbungsunterlagen
Maximal zehn Gedichte auf nicht mehr als zehn Seiten sowie sehr knappe biographische und (sofern vorhanden) bibliographische Angaben. Bewerbungsschluss ist der 14. Mai 2014; die weiteren Teilnahmebedingungen gibt es hier.

Monika Rinck, 1969 geboren in Zweibrücken, lebt in Berlin. 2001 Begriffsstudio 1996–2001 in der edition sutstein (www.begriffsstudio.de), 2004 Verzückte Distanzen (Gedichte), 2006 Ah, das Love-Ding! (Essay), 2007 zum fernbleiben der umarmung (Gedichte), 2008 Pass auf, Pony (Hörbuch), 2009 Helle Verwirrung (Gedichte), 2011 Helm aus Phlox, 2012 Honigprotokolle (Gedichte), 2013 Hasenhass. Außerdem eine Reihe von Übersetzungen und poetologische Publikationen.

Auszeichnungen (Auswahl)
2008 Alfred-Gruber-Preis
2008 Ernst-Meister-Preis für Lyrik
2009 Arno-Reinfrank-Literaturpreis
2010 Georg-K.-Glaser-Preis
2012 Berliner Kunstpreis Literatur, Rainer-Malkowski-Stipendium
2013 Peter-Huchel-Preis für den Gedichtband Honigprotokolle.

Mehr über Monika Rinck unter www.literaturport.de/Monika.Rinck/ und www.begriffsstudio.de