Info
Geb.: 3. 3.1774 in Pleystein
Gest.: 27.2.1847 in München
Titel: Prof.
Namensvarianten: Karl Anton Hortig (Taufname); Johannes Nariscus

Johann Nepomuk Hortig

Johann Nepomuk Hortig wird als Sohn eines pfalz-sulzbachischen Pfleg- und Kastenamtsverwalters geboren, absolviert in Amberg und Neuburg an der Donau seine gymnasiale Ausbildung und nimmt 1791 in Ingolstadt das Studium der Rechtswissenschaften auf, das er jedoch nur zwei Jahre später abbricht, um einer geistlichen Berufung zu folgen. Er tritt in das Benediktinerkloster Andechs ein, empfängt 1797 die Priesterweihe und bezieht 1799 auf Drängen seines Abtes die Universität Salzburg, wo er juristische und philosophische Vorlesungen hört. Ab 1801 lehrt er Logik und Metaphysik in seinem Heimatkloster, nach der Säkularisation Ethik und Naturrecht in Salzburg, ab 1806 Dogmatik am Amberger Lyzeum. 1812 bis 1821 wirkt er als Stadtpfarrer und Schulinspektor in Windischeschenbach, bevor er einem Ruf als Professor der Dogmatik und Exegese an die Universität Landshut folgt. Mit der Verlegung der Hochschule kommt er 1826 nach München, wo er im darauffolgenden Jahr zum Domkapitular gewählt wird und infolgedessen aus dem Lehramt ausscheiden muss.

Wissenschaftlichen Ruhm erlangt Hortig durch sein Handbuch der christlichen Kirchengeschichte (2 Bde., 1826/27), dessen Vollendung er 1828 dem jungen Theologen Ignaz von Döllinger überträgt. In Würdigung seiner Verdienste  wird er 1830 als außerordentliches und 1841 als ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Pastorale und erbauliche Absichten verfolgen die Predigten für alle Festtage des katholischen Kirchenjahres (1821) und die Kurzgefaßte Tugendlehre in Aussprüchen der heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments (1841).

Unter dem Pseudonym Johannes Nariscus veröffentlicht er, in geistiger Nähe zu Jean Paul, seit den frühen 1830er Jahren humoristische und satirische Skizzen, Erzählungen und Romane, in denen er mit gutmütigem Spott aktuelle Zeiterscheinungen kommentiert. Geistreich weiß er in Gesammelte Blätter (1832), Reisen zu Wasser und zu Land (1835), Wunderbare Begebenheiten des Blasius Berneiter und seiner Gefährten (1837) und Zwölf Körbe (1841) die komisch-räsonierenden Teile mit lehrhaften Passagen und einem sanft-moralisierenden Erzählgestus zu vereinen.

Verfasser: Manfred Knedlik

Sekundärliteratur:

Dickerhoff, Harald (1998): Hortig, Johann Nepomuk. In: Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München, Teil 1. Duncker und Humblot, Berlin, S. 191f.

Lauchert, Jakob: Hortig, Johann Nepomuk. In: Allgemeine Deutsche Biographie 50 (1905), S. 477-479, http://www.deutsche-biographie.de/pnd119513668.html?anchor=adb, (29.11.2012).


Externe Links:

Literatur von Johann Nepomuk Hortig im BVB

Literatur über Johann Nepomuk Hortig im BVB

Johann Nepomuk Hortig in der BLO

Johann Nepomuk Hortig (1774-1847). Ein Gelehrtenleben zwischen Aufklärung und Romantik

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