Info
Geburtsjahr: 1668
= Wirkungsdatum
Gest.: 5. 6.1700
Namensvarianten: geb. Omeis; Anna Maria Schweyher; Amorillis (Pseud.)
Wirkungsorte:
Nürnberg

Anna Maria Schweyer

Die Schwester von Magnus Daniel Omeis (1646-1708), Professor der Moral und Rhetorik in Altdorf und von 1697 an vierter Ordenspräses des Pegnesischen Blumenordens, heiratet 1698 den Nürnberger Magistrat und Bankier Wolf Magnus Schwey(h)er (1641-1701). Auf Betreiben Omeis' werden beide in den Blumenorden aufgenommen, obwohl sie nicht durch eigene Werke hervortreten. Dennoch entstehen Kasualschriften für das Ehepaar, so zu deren Heirat von Omeis (Des Creutzes Freuden-Geburt [...], 1668) und zur Trauer – von Omeis (Klag- und Lob-Schrifft dem Preißwürdigen Pegnitz-Hirten LYCJDAS, 1701; Letzter Ehren-Dienst [...], 1708) und den Pegnitzschäfern (Als das Muster wahrer Wittben / und der Tugend Ebenbild / die beliebte Amorillis [...], 1708).  

Anna Maria erhält den Ordensnamen „Amorillis“ und zur Blume den „Liebstöckel“ mit der Beischrift „Gegen Gott und den Nächsten“ mit folgender Erklärung: „Viel sind der Cyprie und ihrer Schönheit hold / Viel geitzen nach der Ehr / und andre lieben Gold / Mich reitzt ein Doppel-Brand / die Gott und Nächsten-Liebe / Mein Gott! hilf daß ich mich in beyden Christlich übe.“ Ihrem Mann wird der Ordensname „Lycidas“ und die „Wolfs-Wurz“ als Blume „[w]ider die höllischen Wolfs-Bisse“ zugeordnet.

Anna Maria Schwey(h)er zählt neben Dorothea Lang und Regina Ingolstätter zu jenen Frauen unter Omeis, die mit Pegnitzschäfern verheiratet sind, selbst aber keine eigenen literarischen Ambitionen entwickelt haben. Eine Ausnahme bildet dagegen die schlesische Dichterin Anna Maria von Weißenfeld.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Jürgensen, Renate (2006): Melos conspirant singuli in unum. Repertorium bio-bibliographicum zur Geschichte des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg (1644-1744) (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen, 50). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, S. 607f.

Woods, Jean M.; Fürstenwald, Maria (1984): Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und gelehrte Frauen des deutschen Barock. Ein Lexikon (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, 10). J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, S. 117.